Tutorial: Einen Brunch ausrichten (und möglichst stressfrei genießen)

Mögt ihr Brunchen auch so gern wie ich? Ich finde, es gibt nichts Gemütlicheres, als den lieben langen Sonntag mit Essen, Genießen und Erzählen zu verbringen. Deswegen und weil ich in Zeitschriften und auf Blogs immer viele tolle Frühstücks- und Fingerfood-Rezepte sehe, die ich alle unbedingt einmal ausprobieren will, hatte ich mir schon lange vorgenommen, mal einen Brunch bei mir zuhause auszurichten. Warum ich trotzdem eine ganze Weile gezögert habe? Ganz einfach: Wegen der ziemlich beengten Platzverhältnisse in meiner Wohnung. Die Wohnung ist 50 Quadratmeter groß, wovon das Herzstück, das Wohnzimmer mit offener Küche, ca. 25 Quadratmeter einnimmt. Die Küche ist wirklich nur eine Zeile mit einem kleinen, gerade einmal 40 cm breiten Stück Arbeitsfläche – nicht eben üppig bemessen für eine ambitionierte Hobby-Köchin und Foodbloggerin 😉 Der direkt an die Küche angrenzende Esstisch ist je nach Tageszeit und Anlass auch mein Schreibtisch. Hier habe ich zur Verdeutlichung mal einen Blick auf Küche und Essbereich von der Couch aus gesehen für euch – das Bild habe ich letztes Jahr wenige Tage nach meinem Einzug gemacht, es fehlte damals z.B. noch die Wanddeko über dem Esstisch:

So sehr ich meine Wohnung und meine offene Küche auch liebe, wirklich geeignet für einen Brunch schien sie mir nicht. Denn wie das in kleinen Wohnungen so ist, ist alles nur begrenzt vorhanden: Sitzplätze für die Gäste, Platz zum Aufbauen fürs Buffet, ausreichend Schüsseln, Platten zum Anrichten oder einheitliche Teller und Besteck… nicht gerade optimale Voraussetzungen also! Doch ich habe mich trotzdem an die Organisation eines Brunchs gewagt. Und mir überlegt, dass ich meine Erfahrungen beim Planen und Vorbereiten gern in einem kleinen Tutorial mit euch teilen möchte. Um ein paar Anregungen zu geben, wie man so einen Brunch möglichst stressfrei plant und auch als Gastgeber bestmöglich genießen sowie viel Zeit mit den Gästen verbringen kann. Und um ein paar Punkte zu bedenken zu geben, die besonders für andere Besitzer kleiner Wohnungen und kleiner Küchen nützlich sein können 😉 Zum Brunch wird es daher in der nächsten Woche eine kleine Serie auf dem Blog geben – heute beginne ich mit Tipps zur Planung und Organisation und danach folgen die Rezepte für Frühstück, warme Gerichte sowie Desserts.

7 Tipps, wie ihr möglichst stressfrei einen Brunch ausrichtet

  • Rechtzeitige Planung ist alles!

Besonders wichtig für einen stressfreien Brunch ist es, mit der Planung des Buffets rechtzeitig zu beginnen. Ich habe unterschiedliche Methoden, um mir Rezepte zu markieren, die ich unbedingt auspobieren will (und sollte diese vielleicht mal vereinheitlichen, aber das ist ein anderes Thema…). Ich verteile z.B. Klebezettel in Kochbüchern und Zeitschriften, schreibe mir Ideen in ein Notizbuch, speichere Rezepte aus Foodblogs in einem Favoriten-Ordner im Browser ab oder markiere Favoriten in Rezepte-Apps. Zwei Wochen vor dem Brunch-Termin habe ich mir schon einmal Zeit genommen, um alle relevanten Rezeptquellen zu sichten und mir einen Überblick zu verschaffen, welche Brunch-geeigneten Rezepte ich mir bereits abgespeichert bzw. markiert habe. Daraus habe ich dann bis eine Woche vor dem Brunch eine Liste mit den Bestandteilen meines Buffets zusammengestellt. Diese Vorgehensweise gibt euch genug Zeit, falls ihr beim Planen z.B. feststellt, dass ihr Fleisch vorbestellen, noch mal in den Delikatessenladen am anderen Ende der Stadt fahren oder gar noch etwas online ordern möchtet.

  • Was darf beim Brunch nicht fehlen?

Ein Brunch besteht für mich klassischerweise aus drei Bestandteilen: Einem Frühstücksbuffet, ein oder mehreren warmen Komponenten (Mittagessen) sowie einem Dessertbuffet. Je nach persönlichen Vorlieben könnt ihr jedoch die Anteile dieser drei Komponenten am Buffet variieren oder sogar eine davon ganz weglassen, z.B. nur ein Mittagessen- und Dessertbuffet machen, wenn ihr wie wir keine Frühaufsteher seid und erst mittags einladen möchtet. Ok, streng genommen wäre es dann kein Brunch mehr, aber wer wird denn da so genau sein 😉 Ich habe mich jedoch für meine Planung an die drei Bereiche gehalten und für jede davon 3 – 5 Komponenten ausgewählt.

So sah meine Brunch-Planung dann aus:

Frühstück

  • Eiersalat mit Curry-Mayonnaise
  • mediterraner Frischkäse mit getrockneten Tomaten, Oliven und Feta
  • Erbsen-Minz-Brotaufstrich
  • kleine Spieße mit Chorizo, Kirschtomaten, Mini-Mozzarella und Oliven
  • Platte mit Parmaschinken und italienischer Salami
  • Platte mit Räucherlachs
  • verschiedenes Brot und Baguette, Butter

Mittagessen

  • Lammeintopf mit weißen Bohnen und Kräuter-Nuss-Pesto
  • Ricotta-Kräuter-Tarte
  • Linsensalat mit Balsamico und Feta

Dessert

  • Pasteís de Nata
  • Schokowaffel-Türmchen mit Sahne und Himbeeren
  • Obstplatte

Getränke

  • Kaffee, Milch, Zucker
  • Wasser mit Zitronenscheiben und Minzblättern
  • verschiedene Säfte
  • Prosecco, Bier
  • Ihr braucht nur ein Knaller-Gericht

Versteht mich nicht falsch, damit meine ich nicht, dass der Rest eures Brunchbuffets nicht schmecken muss oder lieblos zubereitet sein darf. Aber ihr solltet euch überlegen, was DAS Gericht auf eurem Buffet ist – jenes, mit dem ihr eure Gäste so richtig umhauen wollt, worüber alle reden werden und jeder das Rezept haben will. In dieses Gericht könnt und solltet ihr dann auch richtig Mühe und Aufwand stecken und ggf. auch gern mal ein paar Stunden investieren. Im Umkehrschluss bedeutet das aber auch, dass alle anderen Gerichte eine Spur unkomplizierter sein dürfen und ihr dabei auf Rezepte setzen könnt, die einfach und schnell gehen und gut vorzubereiten sind. Ihr habt schließlich schon euer „Tadaaaaaa-Gericht“, an das sich alle erinnern werden! Der Rest sollte gut dazu passen, das Gericht unterstützen, aber nicht in den Schatten stellen. So könnt ihr den Aufwand für euch in einem realistischen Maß halten. Gericht bedeutet hier übrigens nicht, dass es sich um ein Hauptgericht eures Brunchs handeln muss. Je nach persönlicher Vorliebe könnt ihr auch einen besonders tollen Kuchen backen, euer Brot selbst backen, verschiedene selbstgespresste Säfte anbieten…

Mein Knaller-Gericht war der Lammeintopf mit weißen Bohnen und Kräuter-Nuss-Pesto. Dafür habe ich am Tag vor dem Brunch gern einiges an Schnippel-Arbeit sowie mehrere Stunden Schmoren und Herd-Bewachen in Kauf genommen. Der würzige Eintopf mit superzartem Fleisch hat es absolut gerechtfertigt und auch meine Gäste waren einhellig der Meinung, dass dies das Highlight des Brunchs war. Bei den anderen Gerichten habe ich dafür auf schon bewährte und/oder sehr unkomplizierte Rezepte gesetzt.

  • Wählt Gerichte aus, die sich gut vorbereiten lassen

Gerade in kleinen Wohnungen und Küchen ist gute Vorbereitung essenziell, denn ihr habt einfach nicht genügend Platz, um in letzter Minute noch viele Arbeiten zu erledigen, zumal wenn ihr euer Buffet auf dem Herd und/oder der Arbeitsfläche anrichten müsst. Ich habe daher meine Gerichte so gewählt, dass sich 90 Prozent der Tätigkeiten am Vortag machen ließen. Am Tag des Brunchs blieb mir nur noch, das Buffet aufzubauen, die Platten anzurichten, Tisch zu decken, Brot zu schneiden und den Eintopf noch einmal warmzumachen. Das war optimal und so stressfrei, wie es nur geht. Ich würde daher raten, eure Gerichte so auszusuchen, dass ihr maximal eine Sache noch am Tag des Brunchs wirklich zubereiten müsst. So spart ihr euch auch Chaos in der Küche, das ihr kurz vor knapp noch aufräumen müsst.

  • Bleibt realistisch: Gut gekauft ist besser als hektisch selbstgemacht

Auch wenn ihr vielleicht den Anspruch habt, aber ihr könnt realistischerweise nicht alles komplett selbst machen. Wie oben schon erwähnt, konzentriert euch auf ein Knaller-Gericht sowie einige unterstützende Gerichte. Habt keine Scheu davor, die Basics zu kaufen: Wenn ihr einen Bäcker kennt, der richtig leckeres Brot backt, dann kauft es dort und nehmt euch nicht vor, es auch noch selbst zu backen. Auch ein paar leckere Antipasti oder Brotaufstriche aus dem Feinkostladen können euer Buffet bereichern, ohne dass ihr großen Aufwand investieren müsst. Vergesst nicht: Eure Gäste wollen in erster Linie eine entspannte Zeit mit euch verbringen und nicht den Nachweis haben, dass ihr auch wirklich alle Küchenfertigkeiten und Techniken beherrscht! 😉

  • Plant so genau wie möglich

Um den Brunch für mich möglichst stressfrei zu halten, habe ich nicht nur mein oben schon erwähntes Menü geplant. Im zweiten Schritt habe ich einen Zeitplan aufgestellt, um mir genau zu überlegen, was ich schon in den Tagen vor dem Brunch vorbereiten kann und in welcher Reihenfolge ich dabei am besten vorgehen sollte. So eine Checkliste hilft euch auch, wenn es am Tag vor dem Brunch oder am Brunch-Morgen bei euch doch etwas hektischer zugeht und ihr sicher sein wollt, nichts zu vergessen. Gerade für die Besitzer kleiner Wohnungen und Küchen ist es darüber hinaus ratsam, noch einen weiteren Planungsschritt zu machen und euch zu überlegen, was ihr auf dem Buffet wo anrichten und platzieren wollt (ich hatte z.B. erst mehr Komponenten geplant, als ich realistischerweise in der Küche und auf den Tischen in meinem Wohnzimmer wirklich unterbringen konnte). Bedenkt dabei auch, dass ihr Platz benötigt für: Geschirr, Besteck, Gläser, Getränke sowie eine Abstellfläche für nicht mehr benötigstes Geschirr. Diese solltet ihr auch gleich am Anfang den Gästen zeigen, so habt ihr Ordnung in eurer kleinen Küche und es sieht auch für die Gäste schöner aus. Des Weiteren habe ich mir auch genau überlegt und aufgeschrieben, was ich auf welcher Platte, in welcher Schüssel, etc. anrichten möchte, um einen Überblick zu haben, ob ich den Brunch mit dem bei mir vorhandenen Geschirr bewältigen kann oder ggf. noch etwas kaufen bzw. ausleihen muss. Bei aller Planung jedoch nicht vergessen: Irgendwas wird immer unvorhergesehen passieren, und das ist auch nicht schlimm, sondern menschlich und sympathisch, also locker bleiben 😉

  • Bezieht eure Gäste mit ein

Da ihr selbstredend nur nette Leute einladet, sind diese selbstverständlich auch hilfsbereit und unterstützen euch bei Bedarf gern, ihr müsst es ihnen nur sagen! Das heißt, wenn ihr etwa feststellt, dass es euch an ein paar Tellern, Schüsseln, Klappstühlen oder was auch immer mangelt, dann leiht sie euch vorher von euren Gästen aus oder bittet sie, diese mitzubringen. Wenn eure Gäste ähnlich kochbegeistert wie ihr seid und gerne mithelfen möchten, könnt ihr sie auch Sachen für das Brunch-Buffet mitbringen lassen. Ich hatte z.B. direkt als ich die Einladung zum Brunch ausgesprochen hatte, einige Hilfsangebote von Gästen bekommen und habe mich dazu entschlossen, die Komponenten fürs Dessertbuffet von meinen Gästen mitbringen zu lassen (bis auf die Obstplatte, die ich selbst hergerichtet habe). So spart ihr euch Arbeit, eure Gäste freuen sich euch zu helfen und auch ihr könnt euch (zumindest partiell) noch überraschen lassen, was es bei eurem Brunch so gibt 🙂

Das war mein kleines Brunch-Tutorial und ich hoffe, es hat euch gefallen! In den nächsten Posts warten dann die Rezepte auf euch. Habt ihr weitere Ideen, wie die Planung eines Brunchs möglichst stressfrei gelingt?

2 Kommentare
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Kommentare

  • Kirsten

    20. April 2016 at 12:13
    antworten

    Liebe Elisabeth,oh ja, "sich im Namen der Perfektion übernehmen" klingt auch auf mich super-passend! Ich musste mich bei der Planung des Brunchs daher auch mehrmals […] weiterlesenLiebe Elisabeth,oh ja, "sich im Namen der Perfektion übernehmen" klingt auch auf mich super-passend! Ich musste mich bei der Planung des Brunchs daher auch mehrmals selber bremsen, um meine anfänglichen Ideal-Vorstellungen auf ein realistisches Maß zusammenzustreichen. Und ja, du hast recht, gerade am Sonntag Morgen, wo ich auch noch nicht so zu Höchstleistungen fähig bin, muss es bewältigbar sein. Ich hab daher zum einen Gerichte ausgewählt, die sich gut vorbereiten lassen, und zum anderen haben wir die Gäste auch erst für 11 Uhr zu einem späten Brunch eingeladen ;-)Liebe Grüße,Kirsten zusammenfassen

  • Homemade Deliciousness

    19. April 2016 at 20:15
    antworten

    Ich finde es super, dass du eine Serie zu dem Thema schreiben willst! Ich habe auch schon lange die vage Vorstellung, mal einen Brunch zu […] weiterlesenIch finde es super, dass du eine Serie zu dem Thema schreiben willst! Ich habe auch schon lange die vage Vorstellung, mal einen Brunch zu hosten aber bisher hab ich es mir nicht stressfrei zugetraut, schon gar nicht am Sonntag Morgen ;-) Deine Tipps schreib ich mir schon mal hinter die Ohren, vor allem der Gedanke, dass man nicht auch noch das Brot selber backen muss ist ein wichtiger Hinweis, ich tendiere auch dazu mich im Namen der Perfektion zu übernehmen :-DIch freue mich schon auf die weiteren Beiträge!Liebe Grüße,Elisabeth zusammenfassen

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