Sugar & Spice unterwegs: Ein Besuch auf dem 3. Dresdner Genussmarkt

 Mögt ihr Streetfood-Märkte auch so gern wie ich? Ich liebe es, mich an einem entspannten Sonntag über so einen Markt treiben zu lassen, überall zu schauen, Neues zu entdecken, einen Schlachtplan zu machen, was alles probiert werden muss, und mich dann schön von einer Leckerei zur nächsten zu futtern 🙂 In größeren Städten gibt es ja regelmäßig stattfindende Streetfood-Märkte, in Berlin etwa, wo wir schon einige Male auf dem Village Market in der Neuen Heimat an der Revaler Straße in Friedrichshain waren. Davon, einen wöchentlich oder zumindest in kürzeren Abständen stattfindenden Streetfood-Markt zu haben, sind wir hier in Dresden leider noch etwas entfernt. Doch es gibt Hoffnung, denn auch Dresden hat seit letztem Jahr ein kulinarisches Event, das sich in eine ähnliche Richtung bewegt, nämlich den Dresdner Genussmarkt. Zurzeit findet er alle sechs Monate statt, zuletzt in dritter Auflage am vorletzten Sonntag, 8. November, im und um den Alten Schlachthof. Heute möchte ich euch auf unseren letzten Marktbummel mitnehmen 🙂

 

Am Alten Schlachthof angekommen, fallen zunächst die auf dem Außengelände vor der Halle stehenden Foodtrucks ins Auge – das verheißt Gutes! Circa zehn verschiedene Anbieter warten auf hungrige Gäste. Das Angebot reicht von Burgern über Fischspezialitäten (Fish and Chips mit Süßkartoffelfritten, Fischburger, etc.), Flammkuchen, Piroggi und Pasta bis hin zu veganem Essen – so werden an einem Stand u.a. veganes ungarisches Kartoffel-Paprika-Gulasch und veganes Südstaaten-Chili mit Maisbrei angeboten. Dafür, dass auch Süßschnäbel hier auf ihre Kosten kommen, sorgen Kuchen, Cupcakes und Baumstriezel. Da wir sehr hungrig sind (wie so oft sonntags haben wir bis in die Puppen geschlafen und uns dann – anstelle eines Frühstücks – direkt auf den Genussmarkt begeben), muss schnell etwas Leckeres zu essen her. Auch wir interessieren uns für den Stand, vor dem die längste Schlange steht – den Foodtruck von Dampfschwein.

 

 

Dampfschein ist Dresdens erster Pulled Pork-Imbiss, gelegen in der Louisenstraße in der Neustadt. Neben dem klassischen Dampfschweinburger mit 12 Stunden lang gesmoktem Schweinefleisch werden auch der Bauchschweinburger und der Bullenburger mit gesmoktem Rindfleisch angeboten. Die Tafel verrät es noch, etwas zeitiger am Tag gab es offenbar auch noch Dampfrippe und Smoked Potato, davon ist bei unserem Besuch jedoch nichts mehr zu sehen. Für alle Vegetarier gibt es dafür den Seitan-Burger – natürlich auch smoked & pulled! Wir entscheiden uns jedoch für den „normalen“ Dampfschweinburger und müssen dann noch die Brötchenfrage (Weizen, Roggen oder Laugen? Weizen!) und die wichtige Käsefrage (Mit oder ohne Bergkäse? Mit!) beantworten. Neben Pulled Pork und Bergkäse finden sich noch Apfel-Krautsalat und Barbecuesauce auf unseren Burgern. Und dann… reinbeißen! Lecker ist es 🙂 Das Fleisch war wie zu erwarten super-zart und saftig, die Barbecuesauce und auch der Krautsalat mit Apfel (was ich eigentlich nicht soooo mag) passen hervorragend dazu. Die Bergkäsescheibe hätte für meinen Geschmack allerdings gern ein bisschen geschmolzen sein dürfen… Der Dampfschweinburger war aber so oder so ein richtig guter und sehr sättigender Start ins Markttreiben. Dennoch, nennt mich vor dem Hintergrund des ganzen Pulled Pork-, Pulled Beef- und Pulled Irgendwas-Trends vielleicht altmodisch: So ein richtig saftiges, normales Rindfleisch-Burgerpatty schmeckt mir noch ein bisschen besser…

 

 

Gut gestärkt geht es nun weiter auf Entdeckungstour ins Innere des Alten Schlachthofs. Im Foyer und im großen Saal haben zahlreiche Produzenten aus der Region (bzw. der erweiterten Region, die bei einigen schon mal bis nach Leipzig oder Berlin reichte) ihre Stände. Es gibt alles, was das Herz begehrt – von Senf über Essig bis Öl, Tee, Marmeladen und andere Aufstriche, Chutneys, Sirup, Wurst und Käse, Schokoladen, handgemachte Pasta, Gewürze, etc. An einigen Ständen finden auch Workshops statt, so etwa ein Kurs in Pasta-Herstellung oder ein Brotback-Workshop mit dem Plötzblog. An allen Ständen kann fleißig probiert werden und die Hersteller freuen sich, Fragen rund um ihre Produkte zu beantworten und Empfehlungen zu geben, wie sie am besten weiter verarbeitet werden sollten – da kann man das ein oder andere spannende Rezept kennenlernen! Viele der Stände verlocken mich zwar zum Schauen, jedoch weniger zum Kaufen, was keineswegs daran liegt, dass mir die Produkte nicht gefallen hätten. Doch ich werkele einfach selbst so viel in meiner Küche und probiere viel aus, so dass ich Dinge wie Marmeladen, Chutneys, Sirup oder Aufstriche fast immer selbst herstelle. Und mein einer, winzig kleiner Vorratsschrank lässt leider keinen Platz für zu ausschweifende Einkäufe 🙁

 

 

An einem Stand werde ich jedoch schwach, denn… es ist rosa und hübsch dekoriert und süß und überhaupt… ein Mädchentraum! Die Rede ist vom Stand von got dessert?. Die gebürtige Amerikanerin Stacey ist aus Berlin angereist, um ihre Marshmallows, Shortbreads und Curds zu präsentieren. Diese stellt sie in Handarbeit her und vertreibt sie über ihren Online-Shop, auf Food-Märkten in Berlin und anderswo sowie in ausgewählten Berliner Geschäften. Ich verkoste zunächst das Raspberry-Lime-Curd und bin total begeistert. Bei den hübschen Marshmallows kann ich natürlich nicht widerstehen und kaufe einige zum sofortigen Verzehr. Sowohl Rockin‘ Raspberry als auch Chocolate Bliss überzeugen durch wunderbar softe Konsistenz, feinen Geschmack und natürlich ihr zuckersüßes Äußeres. Daneben gibt es auch noch die Sorten Vanille, Espresso, schwarze Johannisbeere sowie Himbeer & Passionsfrucht.

 

 

Nach diesem kleinen süßen Intermezzo soll es noch ein herzhafter Snack sein, bevor wir uns ins süße Finale des Streetfoodmarkts stürzen. Fündig werden wir im kleinen Saal am Stand des Poniatowski, eines polnischen Restaurants aus Leipzig. Neben unterschiedlichen Wodka-Sorten werden dort Bigos (ein Schmorgericht aus verschiedenen Fleischsorten mit Sauerkraut und Backpflaumen) sowie polnische Piroggi angeboten. Da ich bei mehreren Besuchen in Polen immer gute Erfahrungen mit Piroggi gemacht habe, entscheiden wir uns für die mit zerdrückten Kartoffeln und Käse gefüllten Teigtaschen. Obenauf kommt ein großer Klecks saure Sahne. Die Piroggi sind lecker, jedoch könnten sie gern ein bisschen würziger sein. In Polen habe ich sie oft mit gebräunter Butter, knusprigem Speck und Zwiebeln gekrönt gegessen – das fehlt hier ein bisschen. Dennoch ein schöner Snack vor der großen Süßigkeiten-Völlerei…

 

 

…in die wir uns anschließend wieder draußen am Stand der Dresdner Baumstriezel-Manufaktur stürzen. Der Baumstriezel ist ein fluffiger Hefeteig, der um eine Art Stock gewickelt und knusprig gebacken wird. Anschließend wird er in einem Topping nach Wahl (klassisch ist Zimtzucker) gewälzt und schon hat man seinen warmen Striezel in der Hand und kann genüsslich Teiglage um Teiglage abziehen und verspeisen. Besonders verbreitet ist der klassische Striezel auf Weihnachtsmärkten in Tschechien, wo ich ihn schon öfter gegessen habe. Die Dresdner Baumstriezel-Manufaktur bietet jedoch neben dem Klassiker noch einige interessante Varianten. Auf dem Dresdner Genussmarkt sind „nur“ süße Varianten wie z.B. Vanillezucker, Kakao, Kokos, Mohn oder Mokos (Mohn + Kokos) zu bekommen. In ihrem Laden in der Dresdner Neustadt bieten die Striezelbäcker jedoch auch herzhafte Kreationen wie Schinken-Käse mit Honig-Senf-Dressing, Räucherlachs mit Meerrettich-Dressing oder getrocknete Tomate, Parmesan und Rucola an. Sicher sehr spannend, muss ich mal probieren! Auf dem Markt gibt es für uns aber erst mal den Klassiker mit Zimtzucker bzw. Vanillezucker – wie das duftet! Nach einem herrlich warmen, fluffigen Striezel pro Person sind wir jedoch pappsatt (man hätte ja auch teilen können… theoretisch zumindest) und treten zufrieden den Heimweg an.

 

 

Insgesamt hat uns unser Besuch auf dem Dresdner Genussmarkt sehr gut gefallen und wir werden sicher beim nächsten Mal im Frühjahr wieder mit dabei sein. Freuen würden wir uns, wenn dann der Streetfood-Teil mit den Foodtrucks noch etwas ausgeweitet werden könnte, so dass man noch mehr vielfältige Speisen z.B. auch aus den Küchen Asiens, Afrikas oder des Orients probieren kann. Und auch ein kulturelles Rahmenprogramm wie z.B. in Berlin mit kleinen Konzerten, DJs etc. wäre natürlich toll 😉 Trotz dieser Hoffnungen für die Zukunft freue ich mich auch jetzt schon, dass Dresden mittlerweile ein solches kulinarisches Event hat und dass regionale Produzenten und Streetfood-Macher die Gelegenheit haben, sich dort zu präsentieren.

 

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