Unterwegs auf dem Food Blog Day in Berlin

Zugegeben, Events für Foodblogger gibt es nicht gerade sooooooo wenige – aber der Food Blog Day, der dieses Jahr zum zweiten Mal vom Burda-Verlag in Zusammenarbeit mit vielen Koopeationspartnern (u.a. All you need fresh, Kahla Porzellan, Maggi, Alpro, etc.) veranstaltet wurde, dürfte in der Fülle der angebotenen Veranstaltungen doch noch einmal etwas besonderes sein. Denn er bietet einen ganzen Tag lang eine große Anzahl von spannenden Workshops, bei denen sich jeder Blogger seinen persönlichen „Stundenplan“ ganz nach Geschmack zusammenstellen kann. Ob man sich eher mit Foodstyling oder Youtube-Videos beschäftigen möchte, lieber die Chefredaktion der Burda-Kochzeitschriften treffen oder selbst am Herd stehen mag, bleibt jedem selbst überlassen. Ein tolles Konzept, wie ich finde! Nachdem ich letztes Jahr leider urlaubsbedingt nicht dabei sein konnte, habe ich mir in diesem Jahr direkt nach Erhalt der Einladung einen Platz für den Food Blog Day am 28. Mai in Berlin gesichert. In den Wochen davor und danach war der Food Blog Day übrigens auch in Hamburg, München, Frankfurt und Düsseldorf zu Gast.

Anmeldung und Workshop-Auswahl

Nach der Anmeldung hieß es schnell sein, denn einige Workshops sind sehr begehrt, und wer zuerst kommt, mahlt zuerst! Leider erlebte ich dann auch gleich die erste kleine Enttäuschung: Die beiden Workshops, die mich am allermeisten interessierten, nämlich Foodstyling & Foodfotografie mit Kahla Porzella und Denise von Foodlovin sowie der Workshop zum Thema Kreativstrategie, waren quasi sofort ausgebucht und blieben es auch, obwohl ich in den Wochen bis zum Termin immer mal schaute, ob nicht doch noch einmal Plätze für Nachrücker frei geworden sind. Die Enttäuschung war jedoch nur von kurzer Dauer, denn ich habe es dennoch geschafft, mir ein spannendes Workshop-Programm zusammenzustellen, mit dem ich im Nachhinein sehr glücklich war. Aber dazu etwas später mehr…

Begrüßungs-Event im Stilwerk

Gegen 9 Uhr fand ich mich am 28. Mai im Stilwerk an der Kantstraße ein, einem Mekka für Interior-Design-Fans mit insgesamt 52 verschiedenen Designer-Shops. In der fünften Etage erwartete mich ein großer Veranstaltungsraum mit angrenzender Dachterrasse und tollem Blick über Berlin. Außerdem warteten natürlich… die anderen Teilnehmer! Ich war allein angereist und kannte auch erst einmal niemanden. Umso mehr habe ich mich gefreut, als ich direkt bei der Registrierung Jana vom Blog go healthy kennengelernt und erfahren habe, dass sie wie ich aus Dresden angereist ist. Wenn man schon in Dresden selbst kaum anderen Foodbloggern begegnet… klappt es wenigstens in Berlin! Gemeinsam machten wir uns auf zum Frühstücksbuffet, für das Seedheart gesorgt hatte…

Sowohl der Joghurt mit Früchten und ihren roh-veganen Müslimischungen als auch die Powerkugeln (mein Favorit: Matcha-Vanille-Kokos!) waren sehr lecker. Netterweise gab es auch noch ein Päckchen Very Berry Müsli mit Gojibeeren, Maulbeeren, Weißmohn, Hirse, Leinsamen, Quinoa und Amaranth zum Mitnehmen für mich. Nach der tollen Stärkung und weiteren netten Gesprächen startete der Einführungsvortrag vom Bundesverband E-Commerce und Versandhandel und anschließend machten sich die Teilnehmer auf zu ihren Workshops, die in verschiedenen Locations in Berlin stattfanden.


Maggimania! Foodstyling-Workshop mit Aurélie Bastian

Wie oben schon erwähnt, hatte ich leider keinen Platz für den Foodstyling-Workshop mit Kahla Porzella und Denise von Foodlovin mehr bekommen. Doch bei genauerem Studieren des Workshop-Programms stellte sich heraus, dass es einen Workshop gab, der das zumindest teilweise zu kompensieren versprach: Der Maggimania!-Workshop von Maggi zusammen mit Foodstylistin und Kochbuchautorin Aurélie von Französisch kochen. Möglicherweise haben viele andere Teilnehmer diesen Workshop nicht gewählt, da sie sich unter dem Titel Maggimania! etwas anderes vorgestellt haben oder vielleicht auch von der Kooperation mit Maggi leicht „abgeschreckt“ waren. Auch ich machte mich aus denselben Gründen etwas skeptisch auf den Weg zum Küchenstudio Warendorf Küchen am Ku’damm. Doch die Skepsis erwies sich als unbegründet… der Workshop war toll!

Zwar stellten uns die netten Damen von Maggi zu Beginn kurz ihre neuen Fix-Tütchen-Kreationen vor (gesünder, mehr Gemüse, besser geeignet für Familien mit Kindern) und wir konnten diese auch bereits fertig zubereitet verkosten. Ich muss jedoch gestehen, dass ich selbst (wie sicherlich die meisten Foodblogger) nicht mit Fix-Tütchen koche und es auch zukünftig nicht tun werde – von daher eine mutige Entscheidung von Maggi, sich auf dem Food Blog Day zu präsentieren. Auch verstehe ich zugegebenermaßen die Zielgruppe der Fix-Tütchen nicht wirklich – Leute, die sich Zeit nehmen, um noch jede Menge frische Zutaten dazu einzukaufen und damit zu kochen, dann aber Angst vorm Würzen haben?! Hm… lässt mich etwas ratlos zurück, aber schön, wenn für Maggi und ihre Kunden das Konzept aufgeht. Sei’s drum, denn von nun an wurde es super!

Uns erwarteten bei Warendorf Küchen nämlich eine super ausgestattete Küche sowie ein Tisch vollgepackt mit frischen und tollen Lebensmitteln. Und dann hieß es: Hier ist eure Spielwiese, schnappt euch die Zutaten, kocht was ihr wollt – und im Anschluss wird angerichtet und fotografiert! Nach einer kurzen Phase überforderter Entscheidungsfindung entschieden sich Lisa vom Kleinstadtloft und ich, gemeinsam ein Gericht in Angriff zu nehmen. Sofort angetan hatte es uns der Filoteig, mit dem wir beide noch nie experimentiert hatten. Und so entstanden Freestyle-Filoteig-Törtchen mit einer Füllung aus grünem Spargel, roten Linsen, Frischkäse, Eiern, Kräutern und Gewürzen. Bereits nach wenigen Minuten wurden die Törtchen im Ofen ansehnlich braun… Zeit, sie fürs Foto hübsch zu machen!

Hierbei unterstützte uns Aurélie, deren Blog und Fotos ich als Liebhaberin der französischen Küche schon lange schätze, mit Rat und Tat. Sie hatte eine große Anzahl verschiedener Hintergründe, Untergründe, Geschirr, Stoffe und auch Hilfsmittel wie z.B. Pinsel mit zum Workshop gebracht, aus denen wir uns nun bedienen durften. Wir entschieden uns dafür, die Törtchen auf einer Schieferplatte anzurichten, mit dem Pinsel eine Linie aus Frischkäse darauf zu ziehen, die Törtchen zu positionieren und dann mit den verwendeten Zutaten (Spargelspitzen, roten Linsen, Rosmarinzweigen) zu garnieren. Dann ging es ans Fotografieren sowohl unserer Törtchen als auch einiger Kreationen der anderen Workshop-Teilnehmer.

Einige Tipps von Aurélie mit meinen Worten zusammengefasst:

  • Für die Foodfotografie empfiehlt sie ein 50mm-Festbrennweiten-Objektiv, um schön mit der Tiefenunschärfe spielen zu können. Ich hatte bereits vor dem Workshop ein paar Mal mit einem solchen Objektiv experimentiert und war bereits sehr angetan. Der Workshop hat mich nun darin bestärkt, mir selbst ein solches Objektiv zuzulegen.
  • Wichtig ist es natürlich, dass ihr für die Fotos möglichst viel (natürliches!) Licht habt. Ein Punkt, der für mich gar nicht so einfach umzusetzen ist, denn meine Wohnung ist komplett nach Nordosten ausgerichtet, bietet also nur in den frühen Morgenstunden schönes Licht – eine Zeit, in der ich jedoch noch nicht sonderlich zum Fotografieren aufgelegt bin. Auch koche ich eher abends und das meist recht spät, zu wenig Licht ist daher immer ein Problem, das ich für mich noch nicht gelöst habe. (Zwar besitze ich zwei Softboxen, diese helfen mir aber nur bedingt, da mir die Lichtstimmung, die sie erzeugen, auf Fotos nicht so gut gefällt. Im Notfall, wenn ich ein an sich sehr gelungenes Essen sonst aufgrund der Lichtverhältnisse gar nicht fotografieren würde, kommen sie aber zum Einsatz.)
  • Beim Anrichten und Fotografieren hilft es ungemein, sich an der Drittelregel zu orientieren (dabei unterteilt man das Bild gedanklich in neun Rechtecke und platziert das Hauptmotiv auf einem der Schnittpunkte) und auch sonst ist die Zahl 3 eine große Hilfe – drei Törtchen, Kekse, Erdbeeren, etc. sehen immer besser aus als zwei oder vier.
  • Das Motiv sollte aufgeräumt sein, d.h. keine nicht dazu gehörenden Dinge mit im Bild, auch nicht im Hintergrund.
  • Der Betrachter muss das Gericht auf dem Bild „verstehen“ – dazu hilft es zum einen, für einen Blog-Artikel nicht nur ein Foto des fertigen Gerichts zu machen, sondern auch mehrere Fotos des Entstehungsprozesses, d.h. Step by Step-Fotos (dabei ist es dann besonders wichtig, wie oben beschrieben das Motiv immer etwas aufzuräumen). Zum anderen sollte man das fertige Gericht nur mit Dingen dekorieren, die auch tatsächlich darin vorkommen – wie wir es bei unseren Törtchen mit den Spargelspitzen und den roten Linsen getan haben.
  • Und nicht zuletzt sollte das Motiv natürlich Appetit machen und den Betrachter quasi direkt dazu einladen, sich an den Tisch zu setzen und loszuessen – das gelingt am besten, wenn das Motiv nicht über-perfekt wirkt, sondern vielleicht schon die Spitze des Kuchenstücks mit der Gabel abgetrennt wurde oder sich ein paar Nudeln um die Gabel wickeln…

Nach diesem wunderbaren und lehrhaften Workshop haben wir unsere Törtchen natürlich auch verkostet… hmmmm, waren die gut! Anschließend hatte ich 1,5 Stunden Pause, die ich zum Sushi-Essen mit Jenny von Muffinqueen nutzte, bevor es zum nächsten Workshop ins Grand Hyatt Hotel am Potsdamer Platz ging.


Mehr Herz und Bauch mit Alpro

Von diesem Workshop hatte ich vorher gar keine genaue Vorstellung – ich habe ihn vor allem gewählt, weil er zeitlich gut in mein Tagesprogramm gepasst hat. Im Nachhinein war ich sehr froh darüber, denn der Workshop mit Alpro lud uns nicht nur dazu ein, uns damit zu beschäftigen, was uns wirklich gut tut, sondern war auch eine willkommene Ruheinsel im doch recht hektischen Hin und Her des Food Blog Days. Bereits der zur Begrüßung gereichte Drink mit Kokoswasser und Zitrusfrüchten suggerierte sogleich: Hier geht’s ums Wohfühlen! Verstärkt wurde dieser Aspekt im Laufe des Workshops noch durch nette Ideen wie feuchtwarme Tücher für die Hände oder aber das Verkosten verschiedener Desserts (alle aus Alpro-Produkten und Früchten) mit verbundenen Augen – gar nicht so einfach, darauf zu kommen, dass man gerade Ananas oder Himbeeren isst! Zwischendrin ging es in wirklich spannenden Diskussionsrunden darum, was uns am Bloggen gefällt und gut tut, was uns nicht gut tut und wie wir das für uns besser gestalten können.

Dieses Format lebt natürlich von diskussionsfreudigen, offenen Teilnehmern – zum Glück hatte sich hier zufällig eine sehr, sehr angenehme Runde zusammengefunden. Zum Abschied gab es nicht nur diverse Alpro-Produkte zum Testen mit nach Hause, sonder auch ein eigens gestaltetes Booklet mit „Achtsamkeits-Übungen“ wie z.B.: Schreibe einem anderen Blogger einen netten Kommentar, warum du seinen/ihren Blog toll findest! oder Überlege dir ein einfaches Gericht und lade deine Freunde ein – es geht nicht darum, mit einem komplizierten Gericht oder tollen Fotos zu beeindrucken! Genießt einfach das simple, aber leckere Essen und eure Gesellschaft. Ich fand es toll von Alpro, dass sie auf dieses ganz andere Workshop-Konzept gesetzt haben, sich deutlich von anderen Workshops abgehoben haben und vor allem auch den Mut hatten, sich als Firma und ihre Produkte total zurückzunehmen und keine aggressive Werbung zu betreiben. Das waren sehr gelungene 90 Minuten!

Meet & Greet, Abendveranstaltung und Goodie Bag

Anschließend ging es für mich noch zum Meet & Greet mit der Chefredaktion der Burda-Kochzeitschriften (u.a. Lust auf Genuss, Sweet Dreams…). Dabei erhielten wir in kleiner Runde einen Einblick in den Entstehungsprozess der Zeitschriften und auch in die Möglichkeiten, wie wir als Blogger z.B. Rezepte und Bilder dazu beisteuern können. Dieses Gespräch bildete für mich den Abschluss des Food Blog Days – denn ich hatte leider im Vorfeld nicht mitbekommen, dass es eine Abendveranstaltung im Stilwerk gibt und hatte daher den Abend in Berlin bereits anderweitig verplant. Im nächsten Jahr lasse ich mir die Gelegenheit, den Abend mit den anderen Bloggern und den Partnern sowie Organisatoren des Food Blog Days ausklingen zu lassen, sicher nicht entgehen!

Im Nachgang des Food Blog Days bekamen wir noch ein sehr umfangreiches Goodie Bag per Post nach Hause geschickt. Darin befanden sich u.a. der BTW Magnesium Mineralizer, der Wasser entkalkt, entchlort und mit Magnesium anreichert, Porzellanschälchen von Kahla, ein Messer von Victorinox, diverse Probierpackungen von Produkten sowie ein Gutschein für den Online-Supermarkt All you need fresh. Leider habe ich meine Kiste mal wieder typisch abends im Dunkeln aufgerissen und ausgepackt, ohne den Inhalt zu fotografieren. Wer sich für Fotos der Abendveranstaltung und/oder des Goodie Bags interessiert, wird aber z.B. auf dem Blog Tell about it fündig.

Insgesamt war das ein sehr toller Tag und ich habe die Möglichkeit, in Workshops dazuzulernen und mit anderen Bloggern ins Gespräch zu kommen, sehr genossen! Ich freue mich schon auf die Neuauflage im nächsten Jahr 🙂

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Letzter: Erdbeer-Cheesecake mit Schokowaffel-Boden – ohne Backen!Nächster: Knusprige Filoteig-Törtchen mit Möhren und roten Linsen

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