Lieblingsessen: Marillenknödel

Es gibt Gerichte, die einfach pures Soulfood sind. Ein Bissen davon, und die Welt ist einfach wieder ein kleines bisschen in Ordnung, wie chaotisch es auch um einen herum gerade zugehen mag. Zur Kategorie dieser Gerichte gehören bei mir auf jeden Fall süße Hauptspeisen, oder, wie der Österreicher sagen würde, Mehlspeisen. Pfannkuchen, Kaiserschmarrn, süßer Auflauf – mehr braucht es nicht, damit ich seelig bin. Mein absoluter Favorit sind jedoch Marillenknödel bzw. im Herbst auch Zwetschgenknödel. Bisher habe ich die noch nie selbst gemacht, sondern immer nur im Urlaub in Österreich genossen, zuletzt letzten Sommer in Wien in einem urgemütlichen Heurigen-Lokal in Grinzing. Nun komme ich dieses Jahr aber voraussichtlich nicht mehr nach Österreich, der Appetit auf Marillenknödel wurde aber immer größer. Also war Selbermachen angesagt 🙂

Marillenknödel – traumhaft lecker!

Bereits beim Einkaufen hatte ich dabei ein nettes Erlebnis: Am Marktstand betastete eine ältere Frau vorsichtig die Aprikosen und meinte mit einem fast entschuldigenden Lächeln (sie dachte offenbar, dass sie mich aufhält) zu mir: „Man muss schon genau schauen, man will ja nicht die allerreifsten Früchte erwischen.“ Als ich entgegnete, dass ich sehr reife Früchte suche, da ich sie noch am selben Tag verarbeiten möchte, wurde sie neugierig: „Was machen Sie denn damit?“ Meine Erzählung von den geplanten Marillenknödeln löste bei ihr Begeisterung aus, denn wie sich herausstellte war die Dame gebürtige Österreicherin mit einer ausgeprägten Vorliebe für Marillenknödel. Ausgestattet mit ihren guten Ratschlägen („Lassen Sie den Quark auf jeden Fall gut abtropfen! Und das Wasser darf auf keinen Fall kochen, nicht dass sich die Knödel auflösen!“), konnte doch fast schon nichts mehr schief gehen 😉

Und die Knödel waren wirklich ein Traum: Wunderbar weich und saftig, fein-säuerlich, nicht zu süß und mit einer knusprigen Kruste aus Semmelbröseln und gemahlenen Haselnüssen. Die Arbeit (die übrigens viel unkomplizierter war als gedacht) hat sich absolut gelohnt und von nun an werde ich keinesfalls mehr auf den nächsten Österreich-Urlaub warten, um Marillen- oder Zwetschgenknödel zu essen 🙂

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Rezept
für 6 Stück (ausreichend für 3 Personen als Hauptgericht)


für die Knödel
250g Quark (20% Fett)
6 kleine, reife Aprikosen
6 Stück Würfelzucker
25g zimmerwarme Butter
1 Eigelb
1-2 EL Vanillezucker
1/2 TL fein abgeriebene Bio-Zitronenschale
feines Meersalz
75g Weichweizengrieß
50g Mehl

für die Brösel
60g Butter
25g gemahlene Haselnüsse
80g Semmelbrösel
1 EL Zucker

außerdem
Mehl zum Arbeiten
Puderzucker zum Bestäuben

Für die Knödel Quark in einem mit Küchenpapier ausgelegten Sieb gut abtropfen lassen – dabei gilt: je länger, desto besser (mind. 1 Stunde lang). Sobald der Quark gut abgetropft ist, die Aprikosen waschen und entsteinen. Dafür diese an einer Seite an der Naht einschneiden, vorsichtig aufklappen und den Kern entfernen. Die Aprikosen jeweils mit einem Stück Würfelzucker füllen.

Quark, Butter, Eigelb, Vanillezucker, Zitronenschale, eine Prise Salz und Grieß gut verrühren, dann das Mehl nur kurz untermengen (falls der Teig noch sehr klebt, esslöffelweise mehr Mehl hinzufügen). Den Teig mit bemehlten Händen auf einem bemehlten Brett zur Rolle formen und in sechs gleich große Stücke schneiden. Teigstücke zu fingerdicken Scheiben formen, je eine Aprikose in die Mitte setzen und sorgfältig mit dem Teig umschließen (sonst lösen sich die Knödel im Wasser auf), rund formen.

Einen großen Topf mit Wasser zum Kochen bringen und leicht salzen, dann kurz von der Herdplatte nehmen und die Hitze der Platte auf kleinste Stufe stellen. Den Topf wieder drauf stellen und darauf achten, dass das Wasser nur noch ganz leicht blubbert und auf keinen Fall mehr sprudelnd kocht. Dann die Knödel vorsichtig hineingleiten lassen und bei geringer Hitze in ca. 12-14 Min. sanft gar ziehen lassen. Dabei von Zeit zu Zeit umrühren, damit die Knödel nicht am Boden ansetzen.

Inzwischen für die Brösel die Butter in einer großen Pfanne schmelzen. Haselnüsse, Semmelbrösel und Zucker zugeben und alles bei mittlerer Hitze unter häufigem Rühren goldbraun rösten. Die Marillenknödel aus dem Wasser heben, gut abtropfen lassen, in den heißen Bröseln rollen und dann sofort mit ordentlich Puderzucker bestäubt servieren.

Quelle
Nicole Stich: Sweets

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