[Paris, Teil 3] Paris kulinarisch: Restaurantguide & Fooddiary

Hallo und herzlich Willkommen zum dritten Teil meiner Reihe über meine schöne Lieblingsstadt Paris! Nachdem ich euch in den ersten beiden Teilen mitgenommen hatte auf Spaziergänge vom Panthéon ins Marais sowie vom Louvre zum Eiffelturm, wird es nun Zeit, dass wir uns einem gerade in Frankreich sehr wichtigen Thema widmen: den kulinarischen Genüssen. Nicht umsonst spricht man vom „Leben wie Gott in Frankreich“ oder vom „Savoir-Vivre“ der Franzosen – kulinarisch haben es unsere westlichen Nachbarn meiner Meinung nach einfach so richtig drauf. Das durften wir auch bei unserem letzten Aufenthalt wieder etliche Male feststellen.

Eins vorab: Man kann in Frankreich und speziell in Paris eigentlich gar nicht schlecht essen. Bis auf einige wenige sehr offensichtliche Touristenfallen (zu erkennen an ihrer Lage an exponierten Plätzen, dem Vorhandensein eines „Menu Touristique“ und einem unfranzösischen Speisenangebot von Spaghetti Bolognese bis Burger) schmeckt es überall mindestens passabel. Ich glaube, es verletzt die Ehre eines Franzosen, jemandem schlechtes Essen vorzusetzen. Ihr könnt also in Paris eigentlich unbesorgt in jedes nett aussehende Bistro oder Restaurant gehen und werdet sicher nicht enttäuscht. Dennoch gibt es einige Orte, an denen es uns besonders gut gefallen hat, und diese möchte ich heute vorstellen!

Restaurants, Bistros & Cafés

Chez ma belle-mère
257 avenue Daumesnil, 75012 Paris

Dieses Bistro ganz im Osten des Pariser Stadtzentrums etwas fernab der klassischen Sehenswürdigkeiten hätten wir wahrscheinlich niemals ausprobiert, wenn es nicht direkt neben unserem Hotel gelegen hätte, wo wir am Anreisetag erst sehr spät und hungrig ankamen. Also nahmen wir die Empfehlung des Concièrge gern an… und waren so begeistert, dass wir während unseres Aufenthalts direkt noch ein zweites Mal dort essen waren!

Das Chez ma belle-mère (= „Bei meiner Schwiegermutter“) könnt ihr den ganzen Tag über besuchen, ob zum Frühstück, Mittagessen, nachmittags für ein Stück Kuchen, zum Abendessen oder aber auch einfach nur auf ein Glas Wein oder einen Cocktail. Das Publikum ist (wie man in diesem reinen Wohnviertel auch vermuten kann) absolut nicht touristisch, hier trifft sich die Nachbarschaft. Entsprechend leger und entspannt ist die Atmosphäre. Die Einrichtung ist rustikal-gemütlich mit Sofas, Bücherregalen, etc., und originell sind die Sprüche an der Wand, wie sie eben die Schwiegermutter sagen könnte: „Wenn ihr meine Meinung nicht hören wollt, dann sage ich einfach gar nichts mehr…!“, „Ihr werdet schon sehen, wohin das führt…!“ oder aber „Ihr bleibt doch noch zum Essen, oder?“ 🙂 Das Personal ist sehr flink, aufmerksam und freundlich.

Bei unserem ersten Besuch waren wir zum Abendessen da und haben uns ganz klassisch durch drei Gänge geschlemmt. Besonders begeistert haben uns das Rindertartar sowie das Rindersteak (sooooo herrlich zart, perfekt auf den Punkt gebraten und aromatisch), jeweils mit Sauce Bèarnaise, Pommes und Salat serviert, sowie die Mousse au Chocolat. Letztere wird in der Karte als „Portion zum Teilen für 2 – 3 Personen“ angepriesen. Wir sind zu zweit und haben noch ziemlichen Dessert-Hunger, also wird das doch zu schaffen sein… Was wir bekommen, ist eine RIESIGE Schüssel Mousse, von der gut und gerne 6 Personen ordentlich hätten essen können (leider haben wir die Schüssel nicht fotografiert). Sie war aber so, so, so gut, dass wir sie dennoch aufgegessen haben. Genau die richtige Balance zwischen kompakt und luftig, und mega-schokoladig sowieso, ein Traum! Bei unserem zweiten Besuch haben wir uns dann noch mittags mit einer Croque Madame (Schinken-Käse-Toast mit Spiegelei) und einem Nachtisch gestärkt, bevor wir zum Sightseeing aufgebrochen sind. Alles absolut empfehlenswert, hier würde ich auch wieder hingehen, wenn mein Hotel nicht nebenan wäre!

Café de Paris
10 rue de Buci, 75006 Paris

Dieses Café und Restaurant liegt mitten im schönen und belebten 6. Arrondissement, in einer Gegend, in der es viele Galerien, Antiquariate und hübsche kleine Läden gibt. Die Rue de Buci ist tagsüber eine Marktstraße, in der u.a. frischer Fisch und Meeresfrüchte an Ständen verkauft werden. Das Café de Paris ist genauso klassisch und typisch pariserisch, wie es sein Name vermuten lässt. Eine gute Nummer eleganter als das Chez ma belle-mère, vielleicht auch etwas steifer, dennoch nicht abgehoben. Der Service war nett, hätte aber etwas schneller und aufmerksamer sein können.

Wir kamen mittags nach einer Tour durch die Katakomben ins Café de Paris und brauchten dringend etwas Warmes in den Bauch – und was würde sich dafür besser eignen als eine klassische französische Zwiebelsuppe? Diese serviert das Café de Paris wirklich in Perfektion. Aromatische Brühe, schön leichter Weingeschmack und eine so dicke Käsehaube, dass unser Käsejunkie-Herz jubillierte 😉 Als Nachtisch haben wir noch die Tartelettes Tatin (kleine flambierte Apfeltörtchen) und den Café Gourmand getestet. Letzterer ist überhaupt eine der genialsten französischen Erfindungen: Zum Espresso (auf Wunsch auch zum Tee) bekommt man eine kleine Auswahl verschiedener Desserts und Süßigkeiten in Mini-Portionen und kann so von allem probieren. Alles hat uns sehr, sehr gut geschmeckt und wir würden hier jederzeit wieder hingehen, vor allem für die Zwiebelsuppe!

La Crêperie
12 rue Soufflot, 75005 Paris

Diese Crêperie liegt ganz in der Nähe des Panthéons, von wo aus wir unseren ersten Paris-Spaziergang begonnen haben. Das Viertel ist sowohl bei Studenten (aufgrund der Nähe zu diversen Universitäten) als auch bei Touristen sehr beliebt. Entsprechend gut besucht, lebendig und auch laut geht es in La Crêperie eigentlich den ganzen Tag über zu. Es kann daher auch einen kleinen Moment dauern, bis ihr einen freien Tisch bekommt, aber der flinke und aufmerksame Service platziert euch derweile an der Bar und findet in der Regel schnell ein Plätzchen für euch.

Wie der Name schon sagt, liegt der Schwerpunkt in La Crêperie natürlich auf Crêpes und Galettes (den herzhaften Pendants aus Buchweizenmehl). Es gibt aber auch Frühstück sowie einige französische Bistro-Klassiker (Quiche, Croques, Sandwiches…). Die Auswahl an verschiedenen Crêpes und Galettes haut einen wirklich um, und eins klingt besser als das andere! Wir haben sowohl die Galettes (z.B. das „Savoyarde“ mit Kartoffeln, Lauch, Speck, Bergkäse und Spiegelei) als auch die Crêpes (etwa die „Belle Hélène“ mit Birnen, Vanilleeis, Schokosauce, Sahne und gebrannten Mandeln) probiert und können alles uneingeschränkt empfehlen. Dazu eine schöne Schale Cidre – perfekt!

Käse & Wein

Paroles de Fromagers
39 rue de Bretagne, 75003 Paris

Was wäre eine Reise nach Frankreich ohne Käse und Wein? Also große Käsefans und Weintrinker wollten wir gern eine Verkostung mitmachen. Wie ihr euch vorstellen könnt, werden in Paris Hunderte Käseverkostungen angeboten (vielleicht sogar noch mehr?), aber in der ganzen Flut der Angebote ist es gar nicht so leicht, eine Verkostung zu finden, die englischsprachig und auch vom Preis-Leistungs-Verhältnis her vertretbar ist. Zum Glück ist es uns nach einiger Recherche dennoch gelungen, und so landeten wir bei Paroles de Fromagers in der schönen Rue de Bretagne, einer Marktstraße im nördlichen Teil des Marais.

Paroles de Fromagers stellt keinen Käse selbst her. Es handelt sich um einen traditionsreichen und sehr gut sortierten Käseladen, der sich darauf spezialisiert hat, Käse von Käsereien aus ganz Frankreich einzukaufen und dann fachmännisch weiter reifen zu lassen, zu veredeln und zu Käsespezialitäten zu verarbeiten. Darüber hinaus bietet das Unternehmen eine Vielzahl an Verkostungen und Events an.

Unsere Verkostung beginnt in einer Gruppe von 10 Personen. Da wir jedoch mehr Käse- und Weinsorten gebucht haben als die anderen Teilnehmer, haben wir die letzte Stunde der insgesamt knapp dreistündigen Veranstaltung unseren Guide Pierre ganz für uns. Hier findet ihr die Verkostungsangebote, wir hatten das Atelier L’Amateur gebucht. Pierre ist mit deutlich spürbarem Elan für seine Produkte bei der Sache – wobei er zuweilen etwas über das Ziel hinaus schießt, wie z.B., als er uns fast eine Stunde lang in der kalten und recht streng riechenden Reifekammer sämtliche Details über alle vorhandenen Käse – bis hin zu den Namen der milchgebenden Kühe – erzählt. Die fast schon kindliche Freude an gutem Käse und seiner Herstellung machte unseren Guide aber nur umso sympathischer 🙂

Pierre ist darüber hinaus ein in Frankreich anerkannter Experte für Käse-Wein-Pairings, d.h. für die Wissenschaft, den genau passenden Wein zu einem Käse zu finden. Er wird auch für Veranstaltungen und Gala-Diners gebucht und veröffentlicht Artikel in den einschlägigen kulinarischen Fachmagazinen. Und seine Kunst stellt er bei der Veranstaltung wirklich beeindruckend unter Beweis: Die Weine, die er zu den 10 von uns probierten Käsesorten ausgewählt hat, passen wirklich perfekt! Mehr noch, bei einigen Pairings schafft er es, dass sich Käse und Wein wirklich zusammen auf ein ganz neues Geschmacks-Level heben, wo man deutlich spürt, dass Geschmack häufig mehr ist als die Summe seiner Teile. So schmeckten ein Käse und Wein zusammen etwa nach Foie Gras, eine Kombination nach frischen Austern und eine andere nach reifen, aromatischen Walnüssen. Und das war keine Einbildung (so, wie wenn man auf der Weinflasche liest „mit Aromen von reifen Brombeeren, Haselnüssen und Schokolade“), sondern für alle Teilnehmer deutlich wahrnehmbar. Wirklich eine gelungene und beeindruckende Veranstaltung, die ich allen Käse- und Weinliebhabern nur ans Herz legen kann!

Das waren meine kulinarischen Tipps für Paris – sobald ich wieder in die französische Hauptstadt reise (und das wird ganz sicher auch weiterhin regelmäßig passieren), werde ich sie natürlich weiter ergänzen und aktualisieren. Habt ihr auch kulinarische Geheimtipps für Paris oder Blogartikel zu dem Thema? Dann schreibt sie mir doch in die Kommentare, ich freu mich!

*Alle Empfehlungen in diesem Artikel beruhen auf unseren persönlichen Erfahrungen und sind nicht mit den betreffenden Sehenswürdigkeiten, Geschäften und Restaurants abgesprochen oder von ihnen beeinflusst worden.

Hier geht’s zu den anderen Artikeln meiner Paris-Reihe
[Paris, Teil 1] Spaziergang vom Panthéon ins Marais
[Paris, Teil 2] Spaziergang vom Louvre zum Eiffelturm

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