[Paris, Teil 2] Spaziergang vom Louvre zum Eiffelturm

Paris, ma belle! Ihr Lieben, es wird Zeit, sich heute noch einmal mit der schönen Stadt an der Seine zu beschäftigen. Vor einigen Wochen hatte ich begonnen, euch von unserem Aufenthalt in Paris über den Jahreswechsel zu erzählen, und hatte euch mitgenommen auf einen Spaziergang vom Panthéon im Quartier Latin bis ins Marais-Viertel am rechten Seine-Ufer. Noch einige weitere Eindrücke und Bilder aus Paris schlummern in meinem Kopf und auf meiner Festplatte, aber durch den Blog-Umzug bin ich in den letzten Wochen nicht dazu gekommen, an meiner kleinen Serie weiterzuarbeiten. Jetzt, wo hier auf dem Blog nun aber langsam alles in geordneten Bahnen läuft, ist endlich Zeit für weitere umfangreiche Reise-Artikel! 🙂 Heute nehme ich euch daher mit auf einen zweiten Spaziergang, den wir in Paris unternommen haben – dieses Mal auf der noblen, eleganten und manchmal auch protzigen rechten Seine-Seite: Es geht vom Louvre zum Eiffelturm. Und in Kürze folgen dann noch ein Restaurantguide und einige kulinarische Erlebnisse aus Paris.

Den Spaziergang vom Louvre zum Eiffelturm haben wir am Neujahrstag unternommen, und entsprechend spät, nämlich erst mitten am Nachmittag, sind wir dazu aufgebrochen. Schließlich mussten wir erst einmal ausschlafen, mit den Auswirkungen von zwei Flaschen kräftigem französischem Rotwein klarkommen und mit einem späten Frühstück (ok, es war mehr ein Mittagessen) eine solide Grundlage für einen Sightseeing-Tag schaffen. Aufgrund dessen und natürlich auch wegen der Anfang Januar naturgemäß sehr zeitig hereinbrechenden Dunkelheit fand unser Spaziergang zum großen Teil im Dunkeln statt. Was aber auch nicht das Schlechteste war, denn bei dem trist-grauen Wetter, das an jenem 1. Januar herrschte, kamen kaum schöne Fotos zustande – da machten sich die glitzernden Lichter entlang der Champs-Élysées und am Eiffelturm im Dunkeln doch gleich viel besser!

Im Herzen der Hochkultur: Louvre und Tuilerien

Wir beginnen unseren Spaziergang in der Dämmerung am Louvre, dem mit unvorstellbaren 19 Hektar Ausstellungsfläche größten Museum der Welt. Allein die nackten Zahlen machen schon deutlich, dass man nicht „mal eben“ den Louvre besuchen kann (ok, wenn man von den Horden asiatischer Touristen, die nur kurz zur Mona Lisa und gleich wieder rausstürzen, einmal absieht ^^). Wir haben es daher während unseres kurzen Aufenthalts, der sich ja (da es der erste Paris-Besuch für meinen Freund war) nur auf die allerwichtigsten Sehenswürdigkeiten konzentrieren konnte, auch gar nicht erst versucht. Ich selbst habe den Louvre schon häufiger besucht und kann daher sagen: Ein sinnvoller Aufenthalt dauert auf jeden Fall einen Tag. Und auch dabei solltet ihr euch nicht der Illusion hingeben, an einem Tag ALLES sehen zu wollen – das ist schlichtweg unmöglich. Sucht euch einfach zwei oder maximal drei Abteilungen aus, die euch besonders interessieren, schlendert gemütlich und macht zwischendurch immer mal eine Pause, um die müden Füße auszuruhen. Es sollte auf einem Städtetrip ja eigentlich klar sein, aber bequemes Schuhwerk ist natürlich ein absolutes Muss…

Wir haben uns auf einen Blick von außen auf den berühmten Hof des Louvre mit der Glaspyramide beschränkt. Auch hier kann man schon von der monumentalen Fassade bis hin zu den verzierten Straßenlaternen so viele Details in sich aufsaugen, und natürlich zahlreiche Fotos von dem spannenden Kontrast zwischen altehrwürdigem Gebäude und moderner Pyramide machen. Im leider recht schlechten Lichts dieses Spätnachmittags sieht das große Gebäude stellenweise richtig düster und verwunschen aus. Vom Louvre aus schlenderten wir dann durch den Arc de Triomphe du Carrousel, den „kleinen Bruder“ des großen Triumphbogens, in den Jardin du Tuileries. Im Frühling und Sommer ist dies ein wunderschöner, blühender Park, der zum Spazieren und Verweilen einlädt – im Winter ist es leider auch hier etwas trister und die einzigen, die den Park bevölkern, sind die Souvenirverkäufer mit ihren allgegenwärtigen, blinkenden Eiffelturm-Schlüsselanhängern. Wir verlassen daher den Park auch recht bald auf Höhe der Rue de Castiglione, um uns ins hellerleuchtete Nobel-Paris zu stürzen.

Nobel und elegant: Von der Place Vendôme zur Rue Royale

Die Rue Castiglione hinauf gelangt man vorbei an edlen Hotels und einer beeindruckend hohen Anzahl an Juweliergeschäften zur Place Vendôme. Der ellipsenförmige Platz wird von einem großen Obelisken dominiert und ist ebenfalls – wie könnte es anders sein – von zahlreichen Schmuckgeschäften diverser einschlägiger Nobelmarken gesäumt. Beeindruckend ist, dass es auf dem Platz selbst sehr ruhig und gemächlich zugeht, während nur einige Ecken entfernt an der Place de la Concorde der Verkehr noch chaotischer dahin braust als sonst irgendwo in Paris. Weiter geradeaus kommt man durch die Rue de la Paix zum Platz vor der alten Pariser Oper, der Opéra Garnier (als „alte“ Oper bezeichnet im Vergleich zur jüngeren Oper an der Place de la Bastille), die ihr dann auch gleich eingehend bewundern könnt. Hinter der Oper beginnen die Grands Boulevards mit ihren im Haussmann-Stil erbauten Gebäuden, wo die großen Pariser Kaufhäuser (allen voran Galeries Lafayette und Printemps) sowie Geschäfte aller großen, erschwinglichen Modeketten liegen.

Uns geht es aber nicht ums Shoppengehen (zumindest nicht an diesem Tag, denn es ist Feiertag und die Geschäfte sind geschlossen), sondern allein ums Bummeln und Sightseeing. Wir wenden uns daher direkt nach links und begeben uns den Boulevard des Capucines hinunter zur Place de la Madeleine. Der Platz wird von einem großen, griechisch anmutenden Tempel mit beeindruckendem Säulenportal dominiert, der sich jedoch als katholische Kirche entpuppt. Neben der Kirche La Madeleine sind um den Platz herum auch noch diverse noble Delikatessen-Geschäfte durchaus sehenswert, z.B. Fauchon, wo man schon in den Schaufenstern die Vielfalt an Pralinen, Macarons und Marzipanfrüchten bewundern kann. Auch einige weitere Chocolatiers haben ihren Sitz rund um die Place de la Madeleine, und ein weiterer Foodie-Hotspot wartet nur wenige Schritte die Rue Royale hinunter: Die Rede ist vom Salon de Thé Ladurée. Ok, die Schlange vor der Tür ist meist sehr lang und auch die Preise sind nicht gerade günstig, aber ich versichere euch: Ein Besuch lohnt sich! Ich habe dort schon mal einen wahnsinnig tollen Nougat-Karamell-Éclair und bei einem anderen Besuch einen Windbeutel gefüllt mit Kokoscrème und Himbeeren und glasiert mit weißer Schokolade gegessen, und ich bereue nichts! 😉 Dieses Mal bleibt es jedoch auch bei uns beim Naseplattdrücken an der Scheibe, wir sind einfach gerade zu satt…

Zwischen Prunk und Protz: Place de la Concorde und Champs-Élysées

Am unteren Ende der Rue Royale öffnet sich vor euch einer der größten und wahrscheinlich auch chaotischsten Plätze von Paris – die Place de la Concorde. Hier fließt der Verkehr scheinbar völlig unkontrolliert und es ist mir immer wieder ein Rätsel, wie es die Pariser schaffen, ihr Auto über diesen Platz ohne jegliche Fahrbahnmarkierungen zu manövrieren, ohne einen Unfall nach dem anderen zu bauen. Aber auch wenn es sich mir nicht erschließt, ihnen gelingt es perfekt. Wir hatten um den Jahreswechsel herum Glück und konnten das prächtig beleuchtete, große Riesenrad auf dem Platz bewundern. Von der Mitte des Platzes blickt man in der einen Richtung durch die Tuilerien in Richtung Louvre und in der anderen Richtung die gesamten Champs-Élysées hinauf bis zum „großen“ Arc de Triomphe. Die vielen Lichter entlang des Prachtboulevards sind aus dieser Perspektive wirklich beeindruckend!

Auch für uns geht es anschließend die Champs-Élysées hinauf, wohl die berühmteste Pariser Straße schlechthin. Im unteren Drittel ist es links und rechts der Luxusmeile erstaunlich grün (aber na ja, „Champs“ heißt ja auf Deutsch „Felder“, es kommt also nicht von ungefähr), und in den Grünanlagen befinden sich berühmte Gebäude und Museen wie das Grand Palais und das Petit Palais (ein Wissenschafts- und ein Kunstmuseum). Bei unserem Bummel sieht man von Grünflächen und Gebäuden jedoch etwas weniger, denn der untere Abschnitt der Champs-Élysées ist zu einem riesigen Weihnachtsmarkt umfunktioniert! Auf mich wirkt er in weiten Teilen jedoch eher lieblos und ist nicht vergleichbar mit idyllischen, traditionellen Weihnachtsmärkten in Deutschland. Aber sei’s drum, wir sind schließlich nicht der Weihnachtsmärkte wegen in Paris! Immer weiter bewegen wir unsere inzwischen schon etwas müden Beine den Boulevard hinauf in Richtung des Arc de Triomphe. Der Weg ist dabei gesäumt von Geschäften großer, nur mäßig preisintensiver Ketten sowie von vielen ziemlich touristischen Lokalen – eher Protz und Prunk statt Eleganz und Understatement. Hier einzukehren sollte man eher vermeiden, und was die Mode angeht, so geht es in den Nebenstraßen, etwa der Avenue Montaigne und der Rue du Faubourg Saint-Honoré, DEUTLICH exklusiver, subtiler und natürlich auch teurer zu. Dennoch gibt es natürlich unendlich viel zu sehen und zu bestaunen, und die Lichterdeko ist vielerorts wirklich gut gelungen.

Die Highlights: Vom Arc de Triomphe zum Eiffelturm

Ganz am oberen Ende der Champs-Élysées wartet eines der Wahrzeichen von Paris auf euch – der Arc de Triomphe. Mindestens ebenso beeindruckend wie das gut 50 Meter hohe Monument ist jedoch auch der riesige Kreisverkehr, in dessen Mitte es liegt und von dem 12 Avenuen abgehen. Mein Tipp: Einfach mal einige Minuten stehen bleiben und den absolut unerschrockenen Fahrstil der Pariser im Kreisverkehr beobachten – ein Vergnügen für sich! Wer hier als Autofahrer zaghaft oder zimperlich unterwegs ist, hat ganz sicher verloren. Auch hier wundert man sich immer wieder, dass man in Paris so wenig Unfälle sieht… Wer nicht nur den Verkehr bestaunen, sondern auch die Aussicht genießen will, kann den Triumphbogen auch täglich zwischen 10 Uhr und 22:30 Uhr besteigen. Die Aussichtsplattform auf dem Dach ist sehr zu empfehlen. Natürlich ist sie mit ihren 50 Metern nicht so besonders hoch, aber es reicht aus, um einen reizvollen Blick über die umliegenden Häuser hinweg bis zum Eiffelturm und einigen weiteren Pariser Wahrzeichen zu haben. Und auch der Blick in die vom Triumphbogen sternförmig abgehenden Avenuen ist echt beeindruckend.

Doch apropos Wahrzeichen und Ausblicke: DAS Pariser Wahrzeichen an sich ist und bleibt der Eiffelturm. Natürlich ist er ein absoluter Touristenmagnet, nichtsdestotrotz (oder gerade deswegen) durfte auch auf unserer Reise ein Besuch bei diesem „modernen Weltwunder“ nicht fehlen. Den schönsten Blick auf den Turm habt ihr von der Aussichtsterrasse am Trocadéro, auf der anderen Seine-Seite direkt gegenüber vom Eiffelturm gelegen. Natürlich müsst ihr euch diesen Platz mit zahlreichen Touristen, verliebten Paaren und mindestens ebenso vielen Souvernirverkäufern teilen, aber wenn ihr erst einmal vorne an der Brüstung steht und den Ausblick vor euch genießt, gerät das schnell in Vergessenheit…

Am Abend unseres Besuchs hüllte sich die Spitze des Eiffelturms in Nebel und der Turm leuchtete durch diese besonderen Lichtverhältnisse noch mehr geheimnisvoll orangefarben als sonst. Ab Einbruch der Dunkelheit wird der Turm außerdem zu jeder vollen Stunde für fünf Minuten mit glitzernden Lichtern illuminiert, was natürlich ziemlich kitschig, aber doch wunderschön ist. Wenn ihr es einrichten könnt, dann lasst es euch nicht entgehen. Was ihr euch hingegen meiner Meinung nach getrost entgehen lassen könnt, ist eine Fahrt auf den Eiffelturm. Ich bin bereits einige Male oben gewesen und kann euch versichern, dass ihr die schönste Aussicht in Paris vom Tour Montparnasse (das ist der hässliche Wolkenkratzer im Süden des Stadtzentrums) habt. Zum einen seht ihr vom Tour Montparnasse aus den Eiffelturm, was euch tolle Fotos beschert – den hässlichen Tour Montparnasse habt ihr hingegen keinesfalls im Bild 😉 Zum anderen ist der Besucherandrang deutlich geringer und die Aussichtsplattform größer, das heißt, es geht wesentlich entspannter zu und ihr habt keine langen Wartezeiten beim Hinauf- und Herunterfahren. Und günstiger ist es obendrein noch. Aber wofür auch immer ihr euch entscheidet – ich hoffe, Paris zieht euch genauso magisch in seinen Bann, wie es die Stadt bei mir seit mehr als 10 Jahren immer wieder schafft 🙂

Ich hoffe, euch hat mein Spaziergang durch Paris gefallen und ich freue mich schon, euch bald im dritten Teil meines Reiseberichts Restauranttipps für die französische Hauptstadt zu geben und von dem sehr beeindruckenden Käse-Wein-Pairing zu erzählen, an dem wir teilgenommen haben.

*Alle Empfehlungen in diesem Artikel beruhen auf unseren persönlichen Erfahrungen und sind nicht mit den betreffenden Sehenswürdigkeiten, Geschäften und Restaurants abgesprochen oder von ihnen beeinflusst worden.

Hier geht’s zu den anderen Artikeln meiner Paris-Reihe
[Paris, Teil 1] Spaziergang vom Panthéon ins Marais
[Paris, Teil 3] Restaurantguide & Fooddiary

2 Kommentare
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Kommentare

  • Diana

    20. März 2017 at 21:50
    antworten

    Liebe Kirsten, wenn ich deine Fotos und deinen Beitrag lese schwelge ich Erinnerungen an meinem Paris-Urlaub. So eine schöne Stadt. Ich erinnere mich, dass ich […] weiterlesenLiebe Kirsten, wenn ich deine Fotos und deinen Beitrag lese schwelge ich Erinnerungen an meinem Paris-Urlaub. So eine schöne Stadt. Ich erinnere mich, dass ich ein ganzer Tag im Louvre verbracht habe...und ich habe nicht alles gesehen :) LG, Diana zusammenfassen

    • Kirsten
      antwortet Diana

      21. März 2017 at 15:35
      antworten

      Liebe Diana, freut mich sehr, dass ich dir mit meinem Beitrag einige Erinnerungen an das schöne Paris zurückbringen konnte :-) Ich war sogar mehrmals ganze Tage […] weiterlesenLiebe Diana, freut mich sehr, dass ich dir mit meinem Beitrag einige Erinnerungen an das schöne Paris zurückbringen konnte :-) Ich war sogar mehrmals ganze Tage im Louvre und habe immer noch nicht alles gesehen... aber ich denke, darauf kommt es auch weniger an als darauf, einfach die besondere Atmosphäre zu genießen! Liebe Grüße, Kirsten zusammenfassen

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