Eine kulinarische Tour durch Ljubljana // Rezept für gegrillte Tintenfisch-Gemüse-Spieße mit Sesamkartoffeln

Seit knapp 3,5 Wochen sind wir von unserem Roadtrip durch Südosteuropa zurück – Zeit also, mit einer kleinen Serie auf meinem Blog zu beginnen, in der ich euch unsere Reiseziele und deren kulinarische Besonderheiten etwas näher bringen möchte! Dabei erwarten euch in den nächsten Wochen in chronologischer Reihenfolge unseres Urlaubs folgende Ziele:

  • Ljubljana in Slowenien (damit fangen wir heute an)
  • das südliche Kroatien (Dalmatien zwischen Split und Dubrovnik)
  • Bosnien-Herzegowina (speziell die Region um Mostar)
  • das nordwestliche Kroatien (Istrien)

Da mein Freund auf seinem Blog bereits sehr ausführlich über unseren Urlaub berichtet hat, werde ich für konkrete Infos zu den bereisten Orten sowie Tipps, was man vor Ort sehen und tun sollte, dahin verlinken. Ich selber möchte mich, dem Thema meines Blogs entsprechend, mit den kulinarischen Besonderheiten der verschiedenen Regionen befassen, euch erzählen, was wir gegessen und probiert haben, und euch außerdem pro Beitrag ein Rezept vorstellen, das von dem jeweiligen Urlaubsziel inspiriert ist und das ich zuhause nachgekocht habe. Ich freue mich auf diese fünfteilige Serie, und ich hoffe sehr, dass sie euch auch Spaß machen wird!

Aber nun auf zu Teil 1 – und ab nach Ljubljana! Die slowenische Hauptstadt mit knapp über 270.000 Einwohnern war unser erstes Etappenziel. Auf Ljubljana als Reiseziel waren wir ursprünglich vor allem deshalb gestoßen, weil wir die 1.300 Kilometer bis ins südliche Kroatien nicht auf einmal fahren und außerdem unterwegs noch etwas sehen wollten. Also mal kurz auf die Karte geschaut… festgestellt, dass Ljubljana mit 870 Kilometern Entfernung von Dresden einen guten Zwischenstopp abgeben würde, und so fiel die Entscheidung… wir fahren erst mal nach Slowenien! Wir hatten zwei Übernachtungen eingeplant, d.h. einen vollen Tag für die Stadtbesichtigung, bevor es weiter in Richtung Kroatien gehen sollte. Hier findet ihr den Artikel meines Freund über unseren Aufenthalt in Ljubljana.

In Ljubljana haben wir uns das beste Hotel unseres gesamten Urlaubs geleistet, das Grand Hotel Union. An sich sind wir nicht so verwöhnt, dass nur Grand Hotels in Frage kommen, aber alle anderen Hotels überzeugten uns in Hinblick auf Ausstattung, Lage und/oder Preis-Leistungs-Verhältnis deutlich weniger… da Ljubljana für eine Landeshauptstadt nicht groß ist, ist die Hotelauswahl auch entsprechend nicht so riesig. Das Grand Hotel Union war in jedem Fall eine sehr gute Wahl, überzeugte mit seinem Stil sowie dem super Service und gewisse Annehmlichkeiten wie z.B. das Frühstück auf dem Zimmer für uns Langschläfer ließen wir uns auch gern gefallen 😉

 

 

In Ljubljana wollten wir an unserem Sightseeing-Tag natürlich die wesentlichen Sehenswürdigkeiten sehen. Diese sind… die Burg und die Altstadt an sich. Wenn man die Burg hoch über der Stadt besucht, kann man sich zunächst einmal vom Aussichtsturm aus einen schönen Überblick über das Stadtzentrum bis hin zu den nahegelegenen Ausläufern der Alpen verschaffen. In der Stadt selbst ist das Zentrum, das sich an beiden Ufern des Flüsschens Ljubljanica erstreckt, sehenswert. Insgesamt bleibt zu sagen, dass die Stadt keine für sich stehenden Wow-Sehenswürdigkeiten, sondern einfach ein sehr hübsches, niedliches Stadtzentrum hat, das zum entspannten Bummeln einlädt. Ein bisschen erinnert das Flair an die Prager Kleinseite oder an die Budaer Donauseite in Budapest, nur mit viiiiieeeeeellllll weniger Menschen und in viiiiiieeeeeelllll entspannter. Um in Ruhe durch die Stadt zu bummeln, reicht jedoch ein Tag locker aus, so dass man für Ljubljana insgesamt inkl. Burg, ggf. einem Museum und/oder einer Führung nicht mehr als zwei Tage einplanen muss. Perfekt also für einen Wochenendausflug oder, wie bei uns, wenn man auf der Durchreise nach Kroatien ist.

 

 

Ein besonderes Highlight hatte unser Aufenthalt in Ljubljana auf jeden Fall – denn wir haben uns nach den sehr guten Erfahrungen unlängst in Rom wieder im Rahmen einer geführten Foodtour mit den kulinarischen Spezialitäten beschäftigt! Und genau davon will ich nun erzählen. Die Tour beim Anbieter Top Ljubljana Foods haben wir ca. zwei Wochen vorab online gebucht. Sie kostete pro Person 39 Euro – ein super Preis-Leistungs-Verhältnis für eine Dauer von ca. 3,5 Stunden mit sechs Stationen, bei denen es jeweils Essen und Getränke gab. Am Treffpunkt angekommen, stellten wir auch erfreut fest, dass wir in einer sehr kleinen Gruppe unterwegs sein würden: Außer uns hatten sich noch ein Pärchen aus England und natürlich unser kompetenter und super-freundlicher Führer Aljaž eingefunden (auch im Nachgang der Tour war er noch sehr hilfsbereit und hat mich per E-Mail mit Infos für diesen Artikel unterstützt).

 

 

Einleitend erfuhren wir Generelles über die slowenische Küche: Vor allem, dass diese so vielfältig ist und sich je nach Region so stark unterscheidet, dass es schwierig ist, von einer einheitlichen Nationalküche zu sprechen. Man zählt sogar 24 unterschiedliche kulinarische Regionen im kleinen Slowenien, d.h. ca. alle 30 km erwartet den Besucher eine andere Regionalküche mit ganz eigenen Spezialitäten. Im an Österreich und Ungarn grenzenden Norden Sloweniens schätzt man daher gulaschartige Fleischgerichte und Mehlspeisen. Von der Balkanküche mit gegrilltem Fleisch, Schafskäse & Co. im Süden reichen die Einflüsse bis nach Italien mit Pasta, Fisch, Meeresfrüchten, etc. im Westen Sloweniens. Hmmm, das hört sich alles nicht so schlecht an! Die slowenische Küche ist also äußerst vielfältig und genau das wurde uns im Rahmen der Foodtour präsentiert, die sich nicht nur auf Spezialitäten des kleinen Ljubljana, sondern aus ganz Slowenien konzentrierte.

 

 

Unsere erste Station war das Restaurant Gujžina, das sich auf die Küche aus Nordost-Slowenien (Pannonien), d.h. dem Grenzgebiet zu Ungarn, spezialisiert hat. Das kleine Restaurant verströmt mit gedämpftem Licht eine heimelige Atmosphäre, und es riecht fantastisch nach Gerichten mit sämigen Saucen und nach Mehlspeisen! Für uns gibt es diese beiden Sachen jedoch nicht, denn wir starten hier unsere Tour mit einer Vorspeise. Serviert werden uns eine Schale mit einer gelblichen Suppe, eine Schale mit einer schwarz-grünlichen Flüssigkeit und einige Scheiben Brot. Dazu gibt es ein Glas grünen Silvaner aus Slowenien. Unser Guide hat seine Freude daran, uns raten zu lassen, was genau wir denn da essen. Beim Inhalt der Schale mit schwärzlicher Flüssigkeit muss ich ihm seine Freude jedoch schnell verderben – dass es sich um Kürbiskernöl handelt, ist schnell ersichtlich 😉 Es stammt aus der slowenischen Steiermark an der Grenze zu Österreich.

Das Rätsel der Suppe zu lösen, schaffen wir allein jedoch nicht – sie schmeckt säuerlich, es ist weißliches Gemüse in feinen Streifen enthalten sowie kleine Körnchen oder Fitzelchen von was auch immer. Sauerkraut bzw. Weißkraut? Nein. Wir erfahren schließlich, dass es sich um eine Suppe aus fein geraspeltem und sauer eingelegtem Kohlrabi sowie Hirse handelt (bujta repa). Die Suppe ist herbstliches Comfortfood, schmeckt herzhaft und wärmend, bleibt jedoch insgesamt der schwächste Gang der Tour (allerdings nur, weil alles andere so überaus lecker war ^^). Das Restaurant Gujžina überzeugt jedoch mit seiner gemütlichen Atmosphäre und die Fleischgerichte sowie süß und herzhaft gefüllten Knödel an den Nebentischen sehen super aus, so dass ich bei einem erneuten Besuch in Ljubljana sicher wiederkommen würde.

 

 

Anschließend ist Streetfood angesagt! Wir besuchen den Imbiss Klobasarna und verkosten die dortige Spezialität Kranjska klobasa, zu deutsch Krainer Wurst. Die Wurst aus Schweinefleisch und Speckstücken, gewürzt mit Salz, Pfeffer und Knoblauch, ist nicht nur in Slowenien, sondern auch in Österreich sehr verbreitet (dort auch gern noch mit Käse gefüllt als Käsekrainer). Lange Zeit gab es sogar einen Streit zwischen beiden Ländern, weil Slowenien eine geschützte Herkunftsbezeichnung für die Wurst beantragt hatte. Inzwischen hat man sich aber gütlich geeinigt und innerhalb Österreichs dürfen österreichische Würste weiter als Krainer bzw. Käsekrainer verkauft werden. Unsere Krainer Wurst wird frisch gekocht, in Scheiben geschnitten und mit einem Brötchen sowie scharfem Senf und frisch geriebenem Meerrettich serviert. Sehr lecker, aber für deutsche Gaumen nichts Ungewöhnliches (ähnliche Würste sind ja hierzulande z.B. auch auf Weihnachtsmärkten erhältlich).

 

 

An der dritten Station unserer Tour gibt es zwar auch etwas Kleines zu essen, doch hier steht eindeutig der Wein im Mittelpunkt! Wir gehen in die Weinbibliothek des uns wohlbekannten… Grand Hotels Union 🙂 Dort findet man die größte Weinauswahl in Ljubljana, darunter auch viele slowenische Weine. Bisher ist uns Slowenien nicht als Weinland aufgefallen, im Lauf der Tour verkosten wir jedoch einige hervorragende slowenische Tropfen, die uns vom Gegenteil überzeugen. Besonders gut mundet der im Grand Hotel Union servierte Teran Préstige, ein vollmundiger, aromatischer Rotwein mit wenig Säure und kaum Tanninen. Er schmeckt uns so gut, dass wir uns am nächsten Tag gleich noch mit einem Fläschchen für die Weiterreise eindecken 🙂 Zum Wein wird ein kleines Häppchen serviert, eine Scheibe Weißbrot mit einem Stückchen Käse aus Schafsmilch sowie Kraški pršut, dem aromatischen slowenischen Schinken. Als typischer Mittelmeerschinken wird er nur mit Meersalz behandelt und zwischen neun Monate und zwei Jahre lang getrocknet. Eine rundum leckere und gelungene Station!

 

 

Dass Slowenien auch eine Mittelmeerküste hat und Italien nicht weit ist, spüren wir an der nächsten Station, im Restaurant Okrepčevalnica Ribca. Es liegt im Untergeschoss des Gebäudes, in dem sich der Fischmarkt von Ljubljana befindet. Das riecht man auch… als Fischliebhaber aber in durchaus angenehmem Maße. Und frischer als hier kann man Fisch in Ljubljana kaum bekommen! Das Essen wird zünftig für uns alle auf einer großen Platte serviert. Es gibt frittierte Sardinen und gegrillte Mini-Tintenfische, dazu tržaška omaka, eine Sauce „nach Art von Triest“. Sie besteht aus Petersilie, Zitrone, Knoblauch und Olivenöl und passt als Dip hervorragend zu Sardinen und Tintenfisch. Davon habe ich mich auch für mein Rezept in diesem Beitrag inspirieren lassen – aber mehr dazu später 🙂

 

 

Denn vorher stehen uns noch zwei Stationen der Foodtour bevor! Zunächst der Gasthof Gostilna Pod Lipo, der nur wenige Minuten außerhalb der Altstadt liegt, doch man merkt bereits, dass sich nicht allzu viele Gäste auf den Weg aus dem Zentrum machen. Dabei gibt das Essen in dem rustikalen Gasthof der alten Schule durchaus Anlass dazu: Wir probieren zunächst Idrijski žlikrofi, kleine Teigtäschen ähnlich wie Ravioli, die mit einer Kartoffel-Quark-Mischung gefüllt sind und mit der Sauce von einem Rindsgulasch (jedoch im Wesentlichen ohne Fleischstücke) serviert werden. Schmeckt sehr gut, hätte gern mehr davon sein dürfen! Zum Glück bekommen wir aber hier noch einen Nachtisch: štruklji, einen weichen Hefestrudel mit Hüttenkäse-Füllung, der mit Bröseln und Zucker bestreut ist. Schmeckt fantastisch, für mich geschmacklich das Highlight der Tour! Wunderbar dazu passt der frischgepresste Apfelsaft, den der Gasthof selbst herstellt.

 

 

 

Die letzte Station führt uns ins Kavarna Nebotičnik, tagsüber Café und abends Cocktailbar. Es liegt in einem als „Skyscraper“ bezeichneten Gebäude in den beiden obersten Etagen mit Dachterrasse. Zwar hat der „Skyscraper“ nur 12 Stockwerke, da die umliegenden Gebäude aber alle deutlich niedriger sind, hat man aus der rundum verglasten obersten Etage aber einen wirklich schönen Blick auf die Altstadt und die erleuchtete Burg gegenüber. Dort gibt es zum Abschluss der Tour Prekmurska gibanica, einen Kuchen mit Rührteigboden und mehreren Schichten. Er enthält je eine Schicht Mohn, Walnüsse, Äpfel, Käsekuchen und obenauf Streusel und ist somit zwar sicher wahnsinnig aufwendig zu machen, aber auch perfekt für alle, die sich nicht entscheiden können 😉 Da wir den Ausblick noch etwas genießen wollen und sich die Cocktailkarte gut liest, bleiben wir nach Ende der Tour noch in einer gemütlichen Lounge-Ecke sitzen, blicken über die Stadt und lassen uns den Raspberry Mojito schmecken.

 

 

Insgesamt war die Foodtour durch Ljubljana ein super Erlebnis und ist auf jeden Fall empfehlenswert für jeden, der probier- und experimentierfreudig ist und sich etwas näher mit der slowenischen Küche beschäftigen will. Außerdem hat man so die Stadtführung quasi gleich inklusive, denn während der Tour erfährt man auch allerhand zur Geschichte von Ljubljana und bekommt Tipps für weiteres Sightseeing. Vielen Dank noch mal an Top Ljubljana Foods und unseren Guide Aljaž für den super Abend!

 

 

Natürlich habe ich mich von der Tour auch inspirieren lassen und in Anlehnung daran ein Gericht zuhause gekocht. Anspruch war es dabei nicht, ein slowenisches Gericht genau nachzukochen, sondern mir basierend auf den Eindrücken der Tour etwas Eigenes einfallen zu lassen. Da mir von den herzhaften Gerichten die gegrillten Mini-Tintenfische mit Dip am besten geschmeckt haben und ich noch nie Tintenfisch zubereitet hatte, ist es schließlich das geworden – in meiner Variante gegrillte Spieße mit Tintenfisch und Gemüse, aber natürlich mit der leckeren Sauce nach Art von Trieste. Dazu gab es Sesam-Gewürz-Kartoffeln aus dem Ofen, die ich mir irgendwann einmal selbst ausgedacht habe und seitdem häufig zubereite, auch gern als vegetarisches Essen mit Quark, Tzatziki oder Fetacrème und Salat. Auch den zu den leckeren Spießen haben die Kartoffeln sehr gut gepasst!

 

 

 

 

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Kommentare

  • Krisi

    2. November 2015 at 15:58
    antworten

    Ich war diesen Sommer in Ljubljana und habe mich so in dieses süsse Städtchen verliebt, so schön mit dem Fluss und alle den Restaurant und […] weiterlesenIch war diesen Sommer in Ljubljana und habe mich so in dieses süsse Städtchen verliebt, so schön mit dem Fluss und alle den Restaurant und Cafes drum herum=)Liebe Grüsse,Krisi zusammenfassen

    • Kirsten
      antwortet Krisi

      2. November 2015 at 21:07
      antworten

      Liebe Krisi,oh freut mich zu hören, dass dir Ljubljana auch so gut gefallen hat! Als wir Ende September dort waren, war das leider nass-kalt und […] weiterlesenLiebe Krisi,oh freut mich zu hören, dass dir Ljubljana auch so gut gefallen hat! Als wir Ende September dort waren, war das leider nass-kalt und lud nicht zum Verweilen in den Cafés an der Ljubljanica ein, aber wir konnten uns gut vorstellen, dass es im Sommer bei schönem Wetter herrlich sein muss :-)Liebe Grüße,Kirsten zusammenfassen

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