[New York, Teil 2] Travelguide für Downtown Manhattan

New York
Concrete jungle where dreams are made of
There’s nothing you can’t do
Now you’re in New York

These streets will make you feel brand new
Big lights will inspire you
Hear it for New York
New York, New York

(Alicia Keys – Empire State of Mind Part II)

Der graue deutsche November ist die beste Zeit, um ein wenig zu träumen und das eigene Fernweh zu pflegen – und deswegen starte ich heute mit dem ersten Travelguide aus meiner New York-Reihe! Nachdem ich euch vor kurzem ja bereits vom spannenden Thema Flugzeugessen und den großen Unterschieden zwischen Businessclass und Economy erzählt hatte, nehme ich euch heute endlich mit in den Big Apple… und zwar genauer gesagt zunächst nach Downtown Manhattan! Die geschäftige Gegend an der Südspitze der Insel Manhattan ist vieles: Hektisches Business- und Finanzviertel rund um Wall Street und Financial District, Ort der Stille und der Trauer am 9/11 Memorial und Museum, Stätte des Aufbruchs am One World Trade Center und nicht zu vergessen – mit den Inseln Liberty und Ellis Island auch das historische „Tor zu Amerika“. Was ihr in Downtown Manhattan unternehmen und erleben könnt, erfahrt ihr heute bei mir 🙂

Liberty Island & Ellis Island – das „Tor zu Amerika“


Vor der Südspitze Manhattans befinden sich an der Einfahrt zum New Yorker Hafen die beiden Inseln Liberty und Ellis Island. Während sie vor allem zwischen den 1880er und 1920er Jahren für viele Einwanderer die erste Station in der „neuen Welt“ waren, werden die Inseln heute von Touristen besucht. Wenn ihr zu den Inseln möchtet, braucht ihr ein Roundtrip-Ticket für die Fähren, die euch vom Battery Park an Manhattans Südspitze zunächst nach Liberty Island, dann nach Ellis Island und anschließend zurück nach Manhattan bringen. Im Roundtrip-Ticket sind alle Fährfahrten enthalten, ansonsten wird für die Inseln selbst und für das Immigration Museum auf Ellis Island kein Eintritt erhoben. Wer rechtzeitig bucht, kann zum gleichen Preis auch ein Roundtrip-Ticket inkl. Pedestal Access für die Freiheitsstatue kaufen (d.h. ihr könnt bis in den Sockel der Statue, nicht aber bis in die Krone aufsteigen). Der Zugang zur Krone ist mittlerweile wieder möglich, aber streng begrenzt auf ca. 10 Personen pro Stunde. Roundtrip-Tickets mit Crown Access sind daher gerne mal ein halbes bis ein Jahr im Voraus vergriffen! 

Eine weitere Option (die allerdings teurer ist), ist das Roundtrip-Ticket inkl. der Hard Hat-Tour auf Ellis Island, bei der man (mit Helm auf dem Kopf, daher der Name) im Rahmen einer zweistündigen Führung das alte, verfallene Krankenhaus der Insel besucht. Wir entscheiden uns für das normale Roundtrip-Ticket (für mich) bzw. das Roundtrip-Ticket inkl. Hard Hat-Tour (für meinen Lostplace-interessierten Freund) und buchen vorab online, um die Wartezeit an den Kassen zu umgehen. Damit seid ihr allerdings an euren ausgewählten Tag und Zeit gebunden. Ca. eine halbe Stunde Wartezeit müsst ihr aufgrund der Sicherheitskontrollen zudem in jedem Fall in Kauf nehmen, bevor ihr auf die Fähre dürft. 

Da wir weder Pedestal- noch Crown Access-Tickets haben, steigen wir auf Liberty Island gar nicht erst aus, denn die Schlangen, um wieder auf eine der Fähren zu gelangen, sind lang… und außerdem lässt sich Lady Liberty doch ohnehin am besten aus etwas größerer Entfernung fotografieren, etwa vom Schiff aus 🙂 Darüber hinaus gibt es auf Ellis Island genug zu tun für uns. Die Hard Hat-Tour hat meinen Freund sehr begeistert und ist sowohl für Geschichts- als auch Lostplace-Interessierte und für alle, die außergewöhnliche Fotomotive lieben, sehr zu empfehlen. 

Ich hingegen schaue mir erst im Immigration Museum den ca. halbstündigen Film „Island of Hope, Island of Tears“ an (ein recht guter Zeitzeugenbericht, wenn auch mit etwas viel amerikanischem Pathos) und genieße anschließend draußen die Sonne und den herrlichen Blick auf Manhattans Skyline. Später besuchen wir dann gemeinsam das Immigration Museum. Inhaltlich sehr spannend, denn ich wusste bis dahin nicht, wie organisiert die Einreise über Ellis Island damals war und wie viel für die Einwanderer getan wurde. Gewünscht hätte ich mir, dass das Museum nicht nur schwerpunktmäßig mit Tafeln und Bildern, sondern mehr auch mit (persönlichen) Gegenständen aus der Zeit seines Betriebs arbeitet. Insgesamt aber ein sehr spannender und lehrreicher Ausflug, den ich empfehlen kann – und eine willkommene Abwechslung zu Stickigkeit und Gedränge drüben in Manhattan!

9/11 Memorial und Museum – der Ort, der einfach sprachlos macht


Auch mit der noch jüngeren Geschichte Amerikas kann (und muss!) man sich in Downtown Manhattan beschäftigen. Für mich auch nach 15 Jahren noch unfassbar – als ich das letzte Mal in New York war, standen die Zwillingstürme noch und wir genossen mehrmals den fantastischen Ausblick von ihrer Aussichtsplattform aus… Jetzt an diesen Ort zurück zu kommen und stattdessen in die Tiefe der riesigen Becken des Memorials zu blicken, in deren Mitte die Wassermassen verschwinden, war ein beklemmendes Gefühl. Doch auch wenn es harter Tobak ist, wollten wir uns unbedingt ausführlich mit den Ereignissen des 11. September auseinandersetzen. 

Um damit zu beginnen, empfiehlt sich die Teilnahme an einer Memorial Tour, d.h. einer geführten, ca. 45-minütigen Tour, bei der ihr Näheres zu den Geschehnissen an diesem verhängnisvollen Tag und zur Errichtung des Memorials erfahrt und in der das Grauen dieses Tages immer wieder auf Einzelschicksale herunter gebrochen wird, was alles nur noch grausamer macht. Die Touren sind sehr authentisch und einfühlsam gemacht, dennoch bin ich dabei häufiger an meine Grenzen gekommen und musste mir mehr als einmal einige Tränen trocknen. Ich würde es jedoch immer wieder machen und auch jedem empfehlen! Die Touren könnt ihr online vorbuchen, um Wartezeiten zu vermeiden, wenn die Kapazitäten gerade erschöpft sind. Sie werden ausschließlich in Englisch angeboten.

Direkt unter dem Memorial liegt – unterirdisch – das 9/11 Museum. Es ist in die Fundamente der ehemaligen Türme integriert. Die Ausstellung gliedert sich in zwei Teile. Der räumlich größte Teil beschäftigt sich mit der Architektur der Zwillingstürme und klärt anhand der Fundamente und Überreste über die Bauweise auf und darüber, warum die Türme einstürzen konnten. Dazu sieht man Bilder und Objekte von den Aufräumarbeiten. Bereits dieser Teil des Museums ist sehr bewegend und lässt einem Schauer über den Rücken laufen. Deutlich emotionaler wird es jedoch noch im zweiten Teil, einem räumlich abgegrenzten Bereich, in dem auch das Fotografieren untersagt ist. Dort geht es um das gesamte Grauen des 11. September, um Zeitzeugen-Berichte aus Einsatzleitstellen, um die Notrufe, um die Opfer und ihre persönlichen Gegenstände, etc. Es sind dort einige Bereiche dabei, die für euch, vor allem wenn ihr wie ich schnell emotional reagiert, schwer zu ertragen sein werden, z.B. Aufzeichnungen von Telefonanrufen der Menschen an Bord der Flugzeuge, die sich von ihren Liebsten verabschieden.

Ich rate euch auf jeden Fall, das Museum zu besuchen. Plant dafür ausreichend Zeit ein (wir haben knapp fünf Stunden gebraucht, obwohl auf der Museums-Website eine durchschnittliche Besuchsdauer von zwei bis drei Stunden angegeben ist). Und bedenkt, dass ihr danach sicher keine Lust habt, direkt zum nächsten Highlight zu hetzen, sondern nehmt euch anschließend in Ruhe Zeit für euch und eure Gedanken, etwa bei einem Spaziergang oder in einem netten Café. Auch für das Museum könnt ihr Tickets online vorbuchen, was ich empfehlen kann. Es gibt gegen eine kleine Gebühr Audioguides in vielen Sprachen, darunter Deutsch. Die englischsprachige Version, gesprochen von Robert De Niro, der selbst Zeuge der Anschläge wurde, ist aber besonders eindrucksvoll.

One World Observatory – nach vorne sehen und staunen

So, wie Leben und Tod häufig absurd nah beieinander liegen, befindet sich in Downtown Manhattan neben dem Ort fassungsloser Trauer auch ein Signal des Aufbruchs und des Nach-Vorne-Schauens: Das neu erbaute One World Trade Center, das höchste Gebäude New Yorks, in dessen oberen Etagen sich seit letztem Jahr wieder eine öffentlich zugängliche Aussichtsplattform, das One World Observatory, befindet. Von dort habt ihr einen herrlichen Ausblick auf das südliche Manhattan, auf die Brücken, die Manhattan mit Brooklyn verbinden, aber auch in Richtung Midtown Manhattan zum Empire State Building und all den anderen berühmten Wolkenkratzern.

Am besten fahrt ihr ca. eine Stunde vor Sonnenuntergang nach oben und genießt dann den Sonnenuntergang, die Dämmerung und die vielen Lichter, die plötzlich überall zu sehen sind. Der Ausblick ist wirklich atemberaubend, alles glitzert unter euch, die Avenues und der Broadway zeigen sich mit den Tausenden Lichtern der Autos als pulsierende Lebensadern der Stadt… das lohnt sich unbedingt! 

Tickets könnt ihr online vorbuchen, was wir auch gemacht haben – allerdings war es aktuell nicht wirklich notwendig, da sich die Existenz der Aussichtsplattform auf dem One World Trade Center noch nicht so rumgesprochen hat und der Andrang daher recht gering war. Das erwies sich oben als sehr angenehm, denn wir konnten in Ruhe in alle Richtungen schauen, ohne dass uns jemand gedrängt hätte… bis auf das Personal, denn wie sich herausstellte, schließt das One World Observatory im Winterhalbjahr bereits um 20 Uhr…

Brooklyn Bridge & Brooklyn Bridge Park – wunderschöner Skyline-Blick


Ok, es ist streng genommen nicht Downtown Manhattan, aber auch nicht soooooo weit weg davon 😉 Auch Brooklyn hat sehr schöne Ecken – und eine davon ist zweifelsohne der Brooklyn Bridge Park. Im Viertel Dumbo (Down unter the Manhattan Bridge Overpass) zwischen Manhattan und Brooklyn Bridge gelegen, bietet er eine kleine Ruheoase inmitten der hektischen Stadt und einen tollen Ausblick auf die Brücke und die Skyline von Downtown Manhattan inklusive One World Trade Center. 

Und an einem Samstagnachmittag, wie bei unserem Besuch, bietet er vor allem eins: Hochzeitspaare! Wir zählen mindestens zehn Hochzeitsgesellschaften, die im Park ihre Shootings absolvieren – eine Gelegenheit für so einige Streetfotografie-Schnappschüsse!

Doch natürlich wollen wir nicht nur die Skyline von Brooklyn aus bewundern, sondern uns auch das ultimative New York-Gefühl holen – und das stellt sich bei einem Spaziergang über die Brooklyn Bridge in Richtung Manhattan ein! Das Bild der Brückenpfeiler und der hängenden Seile, durch deren Netze immer wieder die Wolkenkratzer blitzen ist einfach so ikonisch, man hat es schon so oft gesehen… und kann trotzdem kaum fassen, dass man selbst jetzt an dieser Stelle ist. 

Wer wie wir ein bisschen Zeit hat (bei 8 Tagen Aufenthalt konnten wir zum Glück alles etwas gemütlicher angehen), der kann anschließend auch im Dunkeln nach Brooklyn zurückspazieren und sich im Brooklyn Bridge Park zu einer nächtlichen Foto-Session niederlassen – auch das lohnt sich sehr!

Damit sind wir am Ende meines Rundgangs durch Downtown Manhattan angelangt und ich hoffe, es hat euch gefallen! Im nächsten Teil meiner Reihe nehme ich euch bald mit nach East Village und Greenwich Village.

Hier findet ihr alle Artikel meiner New York-Reihe:

[New York, Teil 1] Flugzeugessen
[New York, Teil 3] Travelguide für East Village, Greenwich Village & Meatpacking District
[New York, Teil 4] Travelguide für Midtown Manhattan
[New York, Teil 5] Restaurantguide & Fooddiary

6 Kommentare
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Letzter: Kürbis-Gorgonzola-SuppeNächster: Griechischer Frühstückskuchen – zum Brunch oder zur Käseplatte…

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Kommentare

  • Sarah B.

    8. November 2016 at 8:16
    antworten

    Liebe Kirsten,vielen Dank für's Mitnehmen auf die Reise ... vor ziemlich genau einem Jahr war ich ja dort. Bei den Bildern insbesondere der Broooklyn Bridge […] weiterlesenLiebe Kirsten,vielen Dank für's Mitnehmen auf die Reise ... vor ziemlich genau einem Jahr war ich ja dort. Bei den Bildern insbesondere der Broooklyn Bridge (da bin ich drauf gejoggt und wir sind auch drüberspaziert), aber auch vom Empire State Building, kommen bei mir die schönsten Erinnerungen hoch. So gigantisch!Grüsse,Sarah zusammenfassen

    • Kirsten
      antwortet Sarah B.

      8. November 2016 at 20:00
      antworten

      Liebe Sarah,oh das freut mich, dass du beim Lesen des Artikels ein bisschen in Erinnerungen schwelgen konntest :-) Ja der Spaziergang über die Brooklyn Bridge […] weiterlesenLiebe Sarah,oh das freut mich, dass du beim Lesen des Artikels ein bisschen in Erinnerungen schwelgen konntest :-) Ja der Spaziergang über die Brooklyn Bridge war für mich bei unserem Aufenthalt auch mit das Denkwürdigste. Darüber zu joggen stelle ich mir aber ganz schön schwierig vor, es ist ja doch gar nicht mal so viel Platz und dafür jede Menge Leute unterwegs... ^^Liebe Grüße,Kirsten zusammenfassen

  • aufgegabelt

    7. November 2016 at 9:00
    antworten

    Liebe Kirsten, das macht (noch mehr) Lust auf New York! Meine Tochter löchert mich auch schon seit längerem damit, und ich selbst würde auch ganz […] weiterlesenLiebe Kirsten, das macht (noch mehr) Lust auf New York! Meine Tochter löchert mich auch schon seit längerem damit, und ich selbst würde auch ganz gerne... Mal sehen. Auf jeden Fall bin ich im Fall der Fälle durch deinen Travelguide sehr gut vorbereitet, danke dafür!!!Liebe GrüßeMarion zusammenfassen

    • Kirsten
      antwortet aufgegabelt

      7. November 2016 at 20:57
      antworten

      Liebe Marion,freut mich sehr, dass ich die Lust auf New York bei dir noch etwas steigern konnte - dann bin ich ja mal gespannt, ob […] weiterlesenLiebe Marion,freut mich sehr, dass ich die Lust auf New York bei dir noch etwas steigern konnte - dann bin ich ja mal gespannt, ob ihr euch auch bald einen Ruck gebt und über den großen Teich jettet :-) Und bis dahin bereite ich dich gern noch ein bisschen weiter vor - habe in den nächsten Wochen bis Weihnachten noch zwei weitere Travelguides zu anderen Gegenden New Yorks und natürlich einen Restaurant-Guide geplant!Liebe Grüße,Kirsten zusammenfassen

  • Anikó

    6. November 2016 at 9:35
    antworten

    Macht mir Lust, da auch mal hinzufahren, auch wenn ich mir die9/11-Memorials sparen würde. Man könnte danach nix mehr mit mir anfangen ... Aber die […] weiterlesenMacht mir Lust, da auch mal hinzufahren, auch wenn ich mir die9/11-Memorials sparen würde. Man könnte danach nix mehr mit mir anfangen ... Aber die Bilder von oben sind atemberaubend! zusammenfassen

    • Kirsten
      antwortet Anikó

      6. November 2016 at 19:34
      antworten

      Liebe Anikó,oh wie schön, dass ich dir Lust auf eine New York-Reise machen konnte - Mission erfüllt ;-) Ja, ob und wie ausführlich man sich […] weiterlesenLiebe Anikó,oh wie schön, dass ich dir Lust auf eine New York-Reise machen konnte - Mission erfüllt ;-) Ja, ob und wie ausführlich man sich mit der 9/11-Thematik beschäftigen will, muss wirklich jeder für sich entscheiden. Mir war es sehr wichtig, aber ich kann auch jeden verstehen, für den es zu harter Tobak ist - wie schon geschrieben, ich habe auch mehrfach mit den Tränen gekämpft, war den ganzen restlichen Tag sehr geknickt und nachdenklich und auch jetzt, einige Wochen später, denke ich noch häufig an die Eindrücke dieses Tages und finde sie sehr beklemmend. Aber auch wenn zu dem Entschluss kommt, sich dieses Thema zu sparen, warten ja in New York noch soooooo viele andere Dinge auf einen - darum geht es dann bald in meinen nächsten Artikeln zum Thema :-)Liebe Grüße,Kirsten zusammenfassen

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