Rhabarber-Tarte mit Vanillecreme

Während meines Paris-Urlaubs vor zwei Wochen war der Morgen meine liebste Zeit, denn jeden Tag gegen 8.30 Uhr machte ich mich auf den Weg zum Bäcker, um etwas Leckeres zum Frühstück zu besorgen, und verband das dann gleich mit einem kleinen Morgenspaziergang. An den noch geschlossenen Buchläden und Antiquariaten der Rue Mazarine vorbei bis hinauf zum Boulevard St Germain, der zu dieser Zeit bereits gut gefüllt war. Weiter bis zur Kirche St Germain-des-Près, vorbei am berühmten Café des Flores und unter rosa blühenden Bäumen zurück in Richtung Seine. Dann abbiegen in die Rue de Buci, wo der Blumenladen gerade öffnet und der Fischhändler daneben Austern und Hummer in seine Kühltheke auf der Straße stapelt. Dieser Spaziergang war ein herrliches Morgenritual! 🙂

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In der Rue de Buci wartete dann schließlich das eigentliche Ziel meines Spaziergangs, eine Bäckerei und Patisserie, wo ich jeden Morgen herrliche Croissants, Pain au Chocolat, Brioche oder Chouquettes kaufte. Dabei kam ich auch jeden Tag an der Patisserie-Theke vorbei, wo schon die ersten Tartes und Törtchen auf den Nachmittag warteten. Und darunter auch immer – eine fantastische Rhabarbertarte mit Vanillecreme, die mich jeden Tag aufs Neue anlachte. Gegessen habe ich leider nichts davon, aber klar war, dass ich so eine Tarte zu Hause so bald wie möglich nachbacken wollte. Was unser Oster-Kuchen werden sollte, stand also fest 🙂 Damit der Kuchen auch möglichst genau so wird wie jene Tartes, die ich in Paris gesehen habe, hab ich mich unter französischen Tarte-Rezepten umgesehen und bin schließlich bei der Tarte alsacienne à la rhubarbe aus dem Blog C’est moi qui l’ai fait hängengeblieben.

Und das Rezept hat nicht enttäuscht: Knuspriger Boden, der säuerliche Geschmack des Rhabarbers harmonierte perfekt mit der Vanillecreme. Eine sehr leckere Tarte, die noch mal ein kleines Stück Paris auf unseren Tisch gebracht hat 🙂

Rezept
für eine Tarte- oder Springform (26 cm Durchmesser)

Teig
200g Mehl (+ etwas mehr zum Arbeiten und für die Form)
125g Butter (+ etwas mehr für die Form)
1 Prise Salz
1 Ei
evtl. etwas kaltes Wasser

Belag
800g Rhabarber
25g Zucker

Creme
2 Eier
25g Zucker
2 Päckchen Vanillezucker
1 EL Speisestärke
200g Crème fraîche
1 EL Zucker zum Bestreuen

Für den Belag Rhabarber putzen, die Stangen halbieren und in etwa haselnussgroße Würfel schneiden. Rhabarberwürfel in eine Schüssel geben, mit dem Zucker vermischen und einige Studen marinieren lassen. (Bei mir waren es ca. drei Stunden.)

Für den Teig die Butter in kleine Würfel schneiden, das Ei in eine kleine Schüssel aufschlagen und verquirlen. Das Mehl in eine Schüssel geben, eine Mulde in der Mitte formen und die Butter, das Ei und das Salz hinein geben. Alles zu einem glatten Teig verkneten und eventuell noch etwas kaltes Wasser zugeben, wenn der Teig zu trocken sein sollte. (War bei mir nicht nötig.) Den Teig zu einer Kugel formen, auf einer bemehlten Arbeitsfläche ausrollen und in eine gefettete und bemehlte Tarte- oder Springform geben. Teig mehrmals mit einer Gabel einstechen und für mindestens 30 Minuten in den Kühlschrank stellen.

Den Ofen auf 210 Grad vorheizen. Den Teig aus dem Kühlschrank nehmen, mit einem Bogen Backpapier bedecken und mit Hülsenfrüchten o.ä. zum Blindbacken bedecken. Für 10 Minuten backen, dann die Form aus dem Ofen nehmen, Backpapier und Hülsenfrüchte entfernen und nochmals drei bis fünf Minuten backen, bis der Teig ganz leicht gebräunt ist. Aus dem Ofen nehmen und abkühlen lassen, bevor der Teig belegt wird.

Wenn der Teig abgekühlt und der Rhabarber fertig mariniert ist, den Ofen wiederum auf 210 Grad vorheizen und die Creme zubereiten. Dafür in einer großen Schüssel die Eier mit Zucker und Vanillezucker schaumig schlagen. Die Speisestärke zufügen und alles gut verrühren. Anschließend die Crème fraîche zugeben und noch einmal gut verrühren. Die Rhabarberwürfel auf den vorgebackenen Teig geben (in der Rhabarber-Schüssel entstandene Flüssigkeit vorher abgießen!), anschließend die Vanillecreme darüber gießen. Die Tarte etwa 35 Minuten backen, bis der Rand goldbraun und die Creme leicht gebräunt ist. Die Tarte aus dem Ofen nehmen und sofort mit einem EL Zucker bestreuen. Abkühlen lassen und am besten bei Zimmertemperatur servieren.

Quelle
C’est moi qui l’ai fait

6 Kommentare
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Kommentare

  • anie's delight

    3. Mai 2011 at 15:59
    antworten

    Die französichen Kuchen oder Tartes sind für mich die besten! Mein Großvater war Franzose und so gehört es für mich zu den Kindheitserinnerungen. Ach herrlich […] weiterlesenDie französichen Kuchen oder Tartes sind für mich die besten! Mein Großvater war Franzose und so gehört es für mich zu den Kindheitserinnerungen. Ach herrlich :)) Ein schöner Bericht und tolle Fotos. Herzliche Grüße zusammenfassen

  • Kirsten

    3. Mai 2011 at 15:25
    antworten

    Sarah, ich träume auch immer noch und immer wieder von Paris :-) Leider ist die Rhabarber-Saison immer viel zu kurz, und dabei will ich dieses […] weiterlesenSarah, ich träume auch immer noch und immer wieder von Paris :-) Leider ist die Rhabarber-Saison immer viel zu kurz, und dabei will ich dieses Jahr noch so viel ausprobieren! Wenn Du die Tarte nachmachen solltest, dann berichte mir doch mal, wie sie Dir geschmeckt hat. Liebe Grüße! zusammenfassen

  • Sarah

    2. Mai 2011 at 17:17
    antworten

    Bei deinen Paris-Erzählungen komme ich ins Träumen! Und die Tarte sieht sehr verführerisch aus. Vielleicht schaffe ich es ja noch in dieser Rhabarbersaison, das Rezept […] weiterlesenBei deinen Paris-Erzählungen komme ich ins Träumen! Und die Tarte sieht sehr verführerisch aus. Vielleicht schaffe ich es ja noch in dieser Rhabarbersaison, das Rezept auszuprobieren, mal sehen. zusammenfassen

  • Kirsten

    2. Mai 2011 at 13:56
    antworten

    Sehr gerne :-) Wenn Du ihn nachbacken solltest, kannst Du ja mal schreiben, wie er Dir geschmeckt hat, das interessiert mich immer!

  • KHinrichs

    2. Mai 2011 at 13:36
    antworten

    Danke für den tollen Kuchen, werd ich bei Gelegenheit mal ausprobieren.

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