Blogevent Then & Now: Meine Foodfotografie-Entwicklung

Wie gut, dass ich kürzlich am Nachmittag eine kleine Pause von der Arbeit brauchte und mich doch mal kurz durch Facebook gescrollt habe (was ich eigentlich so zwischendurch eher zu vermeiden versuche, da doch meist mehr Zeit draufgeht als beabsichtigt…) – sonst wäre mir in diesem Fall vielleicht der neueste, spannende Beitrag bei Homemade Deliciousness entgangen! Elisabeth schreibt über ihre Foodfotografie-Entwicklung der letzten Jahre anhand von alten und neuen Bildern – und sie ist nicht die Einzige. Dahinter steht ein ganzes Blog-Event, ins Leben gerufen von Kochen mit Diana. Foodfotografie ist ein Thema, das mich im letzten Jahr stark beschäftigt hat, und gerade erst vor ein paar Tagen hatte ich im Gespräch mit meinem Freund festgestellt, dass sich da doch einiges getan hat (und noch mehr zu tun ist ^^). Darum war für mich gleich klar: Bei diesem Event will ich mitmachen!

Meine Foodfotografie-Entwicklung: Was hat sich verändert?

Eine Menge! Und obwohl ich meinen Blog nun schon über sechs Jahre lang habe, muss ich zugeben, dass die meiste Bewegung in Hinblick auf die Fotos erst im letzten Jahr reingekommen ist. Mir hat die Rezeptentwicklung, das Kochen und das Schreiben der Beiträge schon immer riesigen Spaß gemacht, und mit Blick auf diese Aspekte habe ich damals mit dem Bloggen begonnen – die Fotos waren für mich lange Zeit nur Beiwerk, und ja, ich muss es zugeben, oft genug auch lästiges Beiwerk. So gerne ich mir schöne Food-Fotos auf anderen Blogs, in Kochbüchern und Zeitschriften anschaue – ich schien einfach kein Händchen dafür zu haben, es erschien mir mühsam, ein Buch mit sieben Siegeln, und ich verlor immer mehr das Interesse daran, mich eingehend mit diesem Thema zu beschäftigen.

Manchmal braucht es dann einen Anstoß von außen – in diesem Fall meinen Freund, der das Foto-Elend auf meinem Blog nicht länger mit ansehen mochte und mir, nachdem er sich selbst ein neues Modell gekauft hatte, seine alte DSLR-Kamera schenkte. Und dazu ein Step-by-Step-Fotobuch, in dem die wichtigsten Grundlagen und Tipps für die häufigsten Fotosituationen enthalten sind. So (und mit viel Hilfestellung und Erklärungen von ihm) habe ich dann doch angefangen, mich mit dem Fotografieren zu beschäftigen – erst zugegebenermaßen etwas widerwillig, aber dann mit immer größerer Freude.

Ganz konkrete Veränderungen sind vor allem die folgenden:

1. Das Equipment
Es ist mir ja fast etwas peinlich, das zuzugeben, aber die ersten fünf Jahre meines Blogger-Daseins entstanden meine Fotos entweder mit einer kleinen Digitalkamera oder aber mit dem Smartphone – und zwar nicht mit einem, dessen Kamera besonders berühmt gewesen wäre. Seit Dezember 2015 fotografiere ich mit der Canon EOS 400D, ein gutes Einsteigermodell, wenn auch von der Bedienung her noch etwas rustikaler. Manchmal vermisse ich eine Vorschau der Bilder auf dem Display, die es bei diesem Modell noch nicht gibt. Irgendwann werde ich also wohl noch mal in eine bessere Kamera investieren, doch für den Moment leistet sie mir gute Dienste und ist auf jeden Fall eine riesige Verbesserung zu meinem vorherigen „Equipment“ (das diesen Namen nicht verdient). Als Objektiv besitze ich aktuell selbst nur das Kit-Objektiv, habe aber bereits häufiger mal testweise mit der 50mm-Festbrennweite fotografiert und werde mir dieses Objektiv in Kürze selbst anschaffen. Außerdem habe ich seit Neuestem ein Stativ, was bei den Food-Fotos vor allem bei schlechteren Lichtverhältnissen nützlich ist.

2. Das Licht
Nein, leider wohne ich immer noch nicht in einem lichtdurchfluteten Loft, sondern in einer nach Osten ausgerichteten Wohnung im ersten Stock mit Bäumen vor den Fenstern. Das bedeutet, dass es zu den Zeiten, zu denen ich hauptsächlich koche, also nachmittags und abends, recht dunkel in der Wohnung ist. Früher habe ich mir darüber gar keine Gedanken gemacht und einfach drauflos geknipst. Mittlerweile versuche ich, die Fotos soweit möglich bei Tageslicht zu machen, wenn es Wetter und Temperatur zulassen auch gern auf dem Balkon. Bei Rezepten mit länger haltbarem „Ergebnis“, etwa Gebäck, Müsli, Sirup, etc. ist es ja auch kein Problem, mit dem Fotografieren zu warten, bis die Lichtverhältnisse besser sind. Nun gibt es natürlich immer wieder Fälle, wo das nicht geht, etwa weil wir abends etwas besonders Leckeres kochen, von dem garantiert nichts übrig bleiben wird, oder weil das Essen abgekühlt und ggf. noch mal aufgewärmt einfach deutlich weniger gut aussehen würde. Da es sehr schade wäre, wenn ich in solchen Fällen keine Fotos machen könnte, besitze ich zwei Softboxen, mit deren Licht ich auch ziemlich zufrieden bin. Klar, es ist nicht mit Tageslicht vergleichbar, aber es liefert annehmbare Ergebnisse, und ist daher mein Kompromiss, um ein schönes Essen trotz fehlenden Lichts festhalten zu können.

So sieht das „Foto-Set“ dann zum Beispiel aus – und nein, ich fotografiere Kuchen nicht bevorzugt nachts 😉 Das Bild stammt vom ersten Test-Shooting, bei dem ich die Softboxen benutzt habe.

3. Die Planung
Früher habe ich nicht nur was das Licht angeht einfach drauflos geknipst. Ich habe mir auch kaum Gedanken darüber gemacht, wie ich etwas anrichte, es dekoriere, womit ich es kombinieren und in Szene setzen kann. Mittlerweile überlege ich mir vorher, wie das fertige Gericht und das Foto aussehen sollen, was ich dafür brauche, etc. Auch achte ich bei Fotos auf anderen Blogs, die mir gefallen, nun viel genauer auf folgende Punkte: Warum gefällt mir das Bild, was mag ich daran? Wie sehen Untergrund und Hintergrund aus? Welche „Requisiten“ werden verwendet? Habe ich etwas ähnliches, an das ich vielleicht noch gar nicht als Objekt für Foodfotos gedacht habe? Zugegebenermaßen bin ich dabei noch lange nicht so weit, wie ich gern wäre. Ich besitze keine Vielzahl an Untergründen und Hintergründen oder viele Props. Die meisten Fotos mache ich auf einer Holzkommode, deren Optik ich mag, oder auf einer Schieferplatte. Dazu kommen ggf. Stoffe in verschiedenen Farben als Deko. Und ich versuche, zur Dekoration stärker mit den Zutaten des Rezepts zu arbeiten. Aber in diesem Bereich muss ich ganz klar noch besser werden.

4. Die Bildbearbeitung
Die ersten Monate meines Blogger-Daseins habe ich meine Bilder gar nicht nachbearbeitet. Sogar ich habe relativ bald gemerkt, dass ich darum nicht herum komme, und habe dann über Jahre hinweg mit einer kostenlosen Software, die nicht besonders viele Möglichkeiten bietet, gearbeitet. Mittlerweile fotografiere ich nur noch in RAW und bearbeite meine Bilder mit Photoshop. Auch hier muss ich wieder meinem Freund danken, der mir die für mich wichtigsten Funktionen gezeigt hat. Inzwischen probiere ich aber munter drauflos und meine Bildbearbeitungsfähigkeiten werden langsam besser, auch wenn ich hier ebenfalls noch so einiges zu lernen habe.

Und wie sieht das nun konkret aus? Die Gegenüberstellung

Um die Entwicklung nun noch einmal in Bildern zu skizzieren, habe ich fünf Bilder aus den „alten“ Blogzeiten herausgesucht und stelle diesen fünf „neue“ Bilder aus derselben Kategorie gegenüber. Aber seht selbst…

Zu Beginn erst einmal ein verhältnismäßig harmloser Vergleich (ja ihr Lieben, es kommt gleich noch ganz dicke!). Nudelsalat habe ich auch schon 2011 gern gegessen – fotografiert habe ich den sehr leckeren mediterranen Salat allerdings gänzlich uninspiriert einfach frontal und ohne sonstiges Drum und Dran. Bloß nicht zu lange warten, wir haben doch Hunger! Dabei herrschten an jenem sonnigen Sommertag perfekte Lichtverhältnisse und der Salat wäre ja auch nicht kalt geworden…

Im Sommer 2016 sieht das beim Nudelsalat mit weißen Bohnen, eingelegten Paprika und Tunfisch schon besser aus. Mit der Tiefenunschärfe gespielt, italienisch anmutende Farbkombination und der rote Punkt im Hintergrund – kann man machen.

Und es kommt noch doller – dieses völlig unscharfe Bild einer Tomatensuppe ohne jegliche Deko (obwohl… der Basilikum, der zählt doch als guter Wille, oder?) habe ich ernsthaft noch 2015(!) auf meinen Blog gestellt.

Dagegen sieht das Bild der indischen Mulligatawny aus dem Oktober 2016 doch deutlich besser aus – zwar auch ohne große Deko, dafür schön hell, aufgeräumt und clean. Und dabei ist das Bild am späten Abend im Dunkeln entstanden – ich liebe die Softboxen 🙂

Aber Achtung, jetzt habe ich noch einen wirklichen Hammer für euch! Im Sommer 2011 (ok, es war sogar in meinem zweiten Blogartikel überhaupt) hielt ich es für eine gute Idee, Saucen (links süßsaure Chilisauce, rechts Paprikadip) im verschlossenen Glas zu präsentieren. Hand hoch, wer bei diesem Anblick nicht total Appetit bekommt…!

Hier ist zweifellos die größte Entwicklung zum September 2016 und zur Präsentation der Guacamole zu sehen. Ok, ich muss einschränkend hinzufügen, dass dieses Bild nicht mit meinem Equipment entstanden ist, sondern mit der Kamera von meinem Freund (Canon EOS 700D), dem 50mm-Objektiv und einem Galgenstativ, das uns den Shot aus der Vogelperspektive ohne Wackler ermöglichte. Es war also ein Gemeinschaftsprojekt, aber die Bildidee und das Anrichten waren allein mein „Werk“.

Weil bald Weihnachten ist noch ein Vergleich zum Thema Plätzchen: Im Jahr 2012 habe ich die leckeren Orangen-Spritzringe mit Pinienkernen einfach lieblos auf die Küchenarbeitsplatte geknallt und dazu noch leicht unscharf abgelichtet.

Im Dezember 2015 waren diese Lemon Meltaways tatsächlich das allererste Motiv, was ich mit meiner ganz neuen DSLR fotografiert habe, einfach nur drauflos probiert, ohne schon größeres Wissen über das Zusammenspiel von Blende, Belichtungszeit, etc. zu haben. Es sieht trotzdem, schon allein durch das bessere Equipment und ein bisschen Überlegung beim Anrichten, gleich viel besser aus.

Und als Abschluss noch ein Vergleich aus der Kategorie der von mir so geliebten Frühstücksshakes. Interessant ist hier, dass der Untergrund derselbe ist (die schon erwähnte von mir so geschätzte Holzkommode…) und auch die Perspektive ist gar nicht mal so unterschiedlich.

Aber durch die Bildidee, mit den für den Shake ausgepressten Orangenhälften zu arbeiten, und das Spiel mit der Tiefenunschärfe sieht das neuere Bild gleich viel interessanter aus.

Damit bin ich am Ende angelangt und hoffe, dass euch dieser etwas andere Beitrag gefallen hat! Gerade, wenn ich mal wieder ein bisschen an meinen Fotos verzweifle (was immer noch vorkommt, aber deutlich seltener als früher), tut es mir gut zu wissen, dass auch andere mal so „klein angefangen“ und mit ähnlichen Problemen gekämpft haben. Daher vielen Dank für die tolle Idee zu diesem Event, Diana!

4 Kommentare
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Kommentare

  • Kochen mit Diana

    17. November 2016 at 22:01
    antworten

    Liebe Kirsten,freut mich sehr, dass du mitgemacht hast. Ich finde du hast dich schön entwickelt. Und ich finde es toll, dass dein Freund dich beim […] weiterlesenLiebe Kirsten,freut mich sehr, dass du mitgemacht hast. Ich finde du hast dich schön entwickelt. Und ich finde es toll, dass dein Freund dich beim Thema Fotografie so unterstützt. LG, Diana zusammenfassen

    • Liebe Diana,vielen Dank noch mal an dich für die Idee zu dem tollen Event - es hat mir wirklich großen Spaß gemacht, daran teilzunehmen! Danke […] weiterlesenLiebe Diana,vielen Dank noch mal an dich für die Idee zu dem tollen Event - es hat mir wirklich großen Spaß gemacht, daran teilzunehmen! Danke für das Kompliment zu meiner Entwicklung, das freut mich sehr. Und ja, für die Unterstützung von meinem Freund bin ich auch sehr dankbar - keine Ahnung, ob ich sonst auch den Spaß an der Fotografie gefunden hätte ;-)Liebe Grüße,Kirsten zusammenfassen

  • Elisabeth

    17. November 2016 at 20:23
    antworten

    Liebe Kirsten,wow super, du warst ja schnell mit deinem Beitrag! :-D Toll, deine Entwicklung zu sehen, da hat sich ja wirklich einiges getan!Ich finde auch, […] weiterlesenLiebe Kirsten,wow super, du warst ja schnell mit deinem Beitrag! :-D Toll, deine Entwicklung zu sehen, da hat sich ja wirklich einiges getan!Ich finde auch, dass eine DSLR selbst ohne Fotografie-Kenntnisse schon einen riesigen Unterschied in der Fotoqualität macht. Zumindest wenn man sie mit der alten Point and Shoot vergleicht, die ich am Anfang noch hatte.Für mich war die Kameratechnik auch sehr lange ein Rätsel und erst jetzt habe ich langsam das Gefühl, dass ich ein bisschen besser verstehe, was ich tue ;-)Ich finde übrigens gar nicht, dass man eine Vielzahl von Untergründen oder Props braucht um schöne Fotos zu machen. Mir sind sogar oft die weniger mit Props gestylten Fotos lieber weil da das Essen selbst mehr im Vordergrund bleibt und ich es auch authentischer finde.Toll, dass du so gut mit deinen Softboxen zurecht kommst! (Und das Bild von deinem Set ist super!) Ich habe auch eine aber sie macht mich nicht glücklich und durfte schon länger nicht mehr aus dem Schrank kommen, haha. Vll sollte ich ihr doch mal wieder eine Chance geben. Im Winter wäre ein gutes, künstliches Fotolicht schon sehr praktisch....Vielen Dank für die schönen Eindrücke!Liebe Grüße,Elisabeth zusammenfassen

    • Kirsten
      antwortet Elisabeth

      18. November 2016 at 21:06
      antworten

      Liebe Elisabeth,bei uns war am Mittwoch ein Feiertag, daher konnte ich das mit dem Artikel relativ fix auf die Beine stellen ;-) Und ja du […] weiterlesenLiebe Elisabeth,bei uns war am Mittwoch ein Feiertag, daher konnte ich das mit dem Artikel relativ fix auf die Beine stellen ;-) Und ja du hast recht, die DSLR alleine macht schon viel aus. Ich habe die ersten Monate, die ich mit meiner fotografiert habe, eigentlich nur probiert und mich nicht wirklich systematisch damit auseinandergesetzt, und dennoch hat man eine sofortige Verbesserung der Fotos gesehen. Seit ich mich noch einen Tick mehr auskenne (wenn auch noch längst nicht genug...), geht es mir aber zunehmend leichter von der Hand.Ja, ob man viele Props & Co. braucht, um schöne Fotos zu machen, daran scheiden sich wohl so ein bisschen die Geister. Mir gefallen manchmal Bilder mit vielen Props, manchmal wiederum auch recht cleane Motive sehr gut. Da habe ich meinen eigenen Stil irgendwie auch noch nicht so gefunden. Aber aufgrund des geringen Stauraums in meiner Wohnung werde ich wohl einstweilen ohne eine Vielzahl an Props auskommen ;-) In letzter Zeit tendiere ich auch eher dazu, mit den Zutaten des jeweiligen Rezepts zu dekorieren und anzurichten. Du hast schon recht, das ist definitiv die authentischere Variante.Hmmm, vielleicht ist einfach die Lichttemperatur von der Lampe deiner Softbox nicht die richtige? Wir haben auch die Lampen noch mal ausgetauscht, weil uns die ersteren nicht gefallen haben. Ggf. könnte es auch hilfreich sein, mit zwei Softboxen zu fotografieren, die das zu fotografierende Objekt "kreuzweise" beleuchten (wie auf dem Foto von meinem Set), so heben sich die Schatten auf und das Licht wirkt insgesamt nicht so kantig. Sind aber nur Mutmaßungen, ich bin ja nun wahrlich noch nicht so ein Experte ;-)Liebe Grüße,Kirsten zusammenfassen

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